Ganderkesee/Rethorn - Die Anlieger der kleinen Privatteiche vor dem Kamerner See in Rethorn brauchen noch eine Weile Geduld: Bevor die Gemeinde Ganderkesee Maßnahmen einleitet, um die Geruchsbeeinträchtigung und mögliche ökologische Belastungen der Gewässer zu bekämpfen, sollen zunächst die Ursachen genau analysiert werden. Das geht aus den Unterlagen des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz hervor, der an diesem Mittwoch, 16. Januar, ab 18 Uhr im Rathaus über die „Gesamtbetrachtung Kamerner See“ berät.

Geplant ist ein intensives „Monitoring“ am Kamerner See mit einer sechsmaligen Probenentnahme in der Seemitte von April bis Oktober dieses Jahres. Zugleich soll die Kamerner Bäke ein Jahr lang monatlich beprobt werden, unter anderem auf Rückstände von Phosphor, Nitrat und Ammoniak. Erst danach sollen ein Abschlussbericht und eine Maßnahmenstudie erstellt werden. Dafür werden gegebenenfalls 30 000 Euro im Haushalt bereitgestellt.

Wie mehrfach berichtet, gibt es seit rund eineinhalb Jahren vor allem am sogenannten Schwanenteich Probleme: Anlieger klagen regelmäßig über Gestank und Verschmutzung und halten dafür Rückstände aus der Landwirtschaft für ursächlich, die über die Kamerner Bäke in den Teich und letztlich auch in den mit ihm über ein Pumpensystem verbundenen Kamerner See gelangen. Insbesondere die Grünen im Rat sehen Handlungsbedarf und haben unter anderem vorgeschlagen, die Kamerner Bäke an Teich und See vorbei direkt zu ihrem Unterlauf zu leiten.

Einen neuen Sandfang vor der Einmündung der Bäke in den Schwanenteich halten die Grünen für wenig hilfreich, da er nur Sand und keine Nährstoffeinträge zurückhalten würde. Die Gemeindeverwaltung indes schlägt diesen Sandfang jetzt erneut vor – er könne auch schon vor dem Abschluss des aufwendigen Monitorings angelegt werden, hieß es am Montag auf Nachfrage aus dem Rathaus.

Eine Umleitung der Bäke hingegen, wie von den Grünen gefordert, lehnt die Verwaltung ab. Die im Kamerner See vorhandene Quelle reiche allein nicht aus, um den Wasserstand zu halten. Schon im letzten Sommer sank der Spiegel um fast einen Meter – was vor allem an der extremen Trockenheit lag. Auch der Schwanenteich sei auf stetigen Zufluss durch die Bäke angewiesen.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)