GANDERKESEE - Mehr als 3,5 Tonnen Fahrzeuggewicht dürfen mit dem Führerschein der Klasse B nicht bewegt werden – auch so gesehen hat der DRK-Ortsverband Ganderkesee seinen neuen SEG-Bus fast optimal ausgerüstet: 3,49 Tonnen wiegt das neu angeschaffte Fahrzeug für die Schnelle Einsatzgruppe, das den gut 20 Jahre alten Vorgänger ersetzt.

„Wir wollten möglichst viel an Helfern und Material unterbringen“, erklärte Bereitschaftsleiter Michael Pleus. Das ist gelungen, ohne dass zum Fahren ein spezieller Führerschein benötigt wird. Zugleich kann der VW-Kleinbus multifunktional eingesetzt werden: als Mannschaftswagen, als mobile Einsatzzentrale und auch als Behandlungsplatz. Das Nötigste für Rettung und Erste Hilfe ist hinten im Gepäckraum in Rucksäcken und Kisten verstaut. Auch klappbare Tragen und Feldbetten finden dort Platz, dazu noch eine 2000-Watt-Lichtanlage mit Stativ.

Im Sitzbereich haben die Rotkreuzler sich noch zusätzlichen Raum verschafft, indem sie die Sitzbänke auf einen neuen Unterbau montieren ließen. Dadurch passte ein größerer Tisch mit der Funkanlage hinein. Selbst an Kleinigkeiten wurde gedacht: So kann etwa hinten bei Rotlicht gearbeitet werden, das den Fahrer nicht blendet.

Sämtliche Elemente und Funktionen sind vom Fahrerpult aus bedienbar. Und wer am Steuer sitzt, profitiert von zusätzlicher Technik wie zum Beispiel einer Rückfahr-Kamera. Wer trotzdem noch eine Beule ins Heck fährt, „muss unseren nächsten Grillabend bezahlen“, scherzte Michael Wanzke, der als Kassenführer des Ortsverbandes am Sonnabend den Schlüssel ans Rettungswachen-Team überreichte.

Als es um Anschaffungen und Ausrüstung des neuen Busses ging, seien die aktiven Rotkreuzler intensiv mit eingebunden worden, betonten Wanzke und Pleus. „Wir wollten möglichst alle Bedingungen berücksichtigen, die gebraucht werden.“ So mögen sich Außenstehende über die Markise am Wagendach wundern – doch auch die hat ihren Sinn: „Bei stundenlangen Wachdiensten müssen die Sanitäter die Möglichkeit haben, sich unter ein schützendes Dach zurückzuziehen“, erklärte Michael Wanzke, „das kann auch bei der Behandlung von Verletzten wichtig sein.“


Selbstverständlich ist der neue SEG-Bus auch für den Digitalfunk ausgerüstet, der eigentlich schon zur Fußball-WM 2006 für Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste vereinheitlicht werden sollte, jedoch wegen großer technischer Probleme immer noch nicht funktioniert. Das Rote Kreuz in Ganderkesee fährt also mit seiner Ausrüstung der Zeit voraus.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)