GANDERKESEE - Das Aufatmen in der Gemeindeverwaltung war deutlich zu spüren: „Eine Gefährdung für Menschen kann ich absolut ausschließen“, legte sich Dr. Kasimir Pirwitz, von der Gemeinde beauftragter Sachverständiger für die Untersuchung des Schlamms im Regenwasserrückhaltebecken „Im Lekkerland“, am Mittwoch in der Sitzung des Umweltausschusses fest. Die Konzentrationen an Schwermetallen lägen „allesamt deutlich unter der Gefahrenschwellenwerten“, erläuterte er. Neben den für Rückhaltebecken im besiedelten Bereich völlig üblichen Blei-, Kupfer- und Zink-Belastungen seien zwar auch erhöhte Chromgehalte nachgewiesen worden. Jedoch sei das für Menschen gefährliche Chrom VI in den „organikreichen Faulschlämmen des Teiches nicht stabil und ist nachweislichnahezu vollständig in das ungiftige Chrom III umgewandelt“.
Pirwitz stellte weiter klar: „Die Belastungen, das ist eindeutig, kommen einerseits von den dort Chrom und Zink verarbeitenden Betrieben. Aber auch von Dächern und versiegelten Flächen des Industriegebietes.“ Denn der Inhalt des Regenwasserrückhaltebeckens sei keineswegs nur Regenwasser, sondern Abwasser. Die Grenzwerte für die Einleitung lege die Gemeinde fest. Und: „Nach meinen Berechnungen ist dort deutlich weniger Schwermetall eingeleitet worden, als erlaubt gewesen wäre.“
Auch wenn es rechtlich aufgrund der geringen Belastung also nicht notwendig sei, solle der Schlamm aber dennoch ausgebaggert und entsorgt werden, so Pirwitz. Grund dafür sei aber allein die Tatsache, dass „die Firma Pries ihr Bauvorhaben auf diesem Untergrund bautechnisch so nicht realisieren kann“. Der Schlamm werde damit rechtlich zu nicht wieder verwertbarem Abfall und müsse daher auf einer Deponie entsorgt werden. Der Ausschuss votierte schließlich mehrheitlich dafür, den Schlamm entsorgen zu lassen, die Kosten dafür zu tragen und von einer Anzeige gegen Unbekannt vorerst abzusehen.
Auch wenn gemäß den Richtlinien damit alles ausgestanden ist: Äußerungen wie „Kann ich meinen Hund dort trinken lassen?“ in der anschließenden Bürgerfragestunde machten deutlich, dass die Sorgen der Bürger – im übrigens dicht besetzten Ratssaal – sich nicht so einfach in Luft auflösen.
