GANDERKESEE - Jörg Hagemann, Udo Hamann und Christian Oldenburg hatten am Dienstag in der Gemeinde einen gefährlichen Job – zumindest für die Opfer: Die drei Schädlingsbekämpfer aus Quakenbrück legten in den Schmutzwasser-Kanälen hunderte Ratten-Köder aus.
Keine Angst: Ganderkesee droht keine Plage. Das Ungeziefer ist hier auch nicht auf dem Vormarsch. Das Bekämpfungs-Team mit dem blauen Einsatzfahrzeug ist im Auftrag des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) unterwegs. „Eine reine Vorsichts-Maßnahme“, klärte Sprecher Lutz Timmermann auf Anfrage derNWZ
am Dienstag auf.Problem nicht ganz gelöst
„Wir führen turnusmäßig alle ein bis zwei Jahre diese Maßnahme durch – rein vorsorglich“, so Timmermann weiter. Dennoch sei diese Maßnahme auch ein Hinweis darauf, dass das Problem nicht ganz zu beseitigen ist. „Ratten vermehren sich im Verhältnis eins zu acht“, so der OOWV-Pressesprecher. Heißt: Auf eine Ratte, die überlebt, kommen acht neue Tiere – keine angenehme Vorstellung.
Auch die Gemeinde befasst sich mit dem Thema Schädlingsbekämpfung. Als Träger der Regenwasser-Kanalisation beauftragt sie regelmäßig eine Spezial-Firma mit der Vorsorge. Auch auf Gemeinde-Grundstücken müsse selbstverständlich für die Schädlingsbekämpfung Sorge getragen werden, bestätigte die Fachbereichsleiterin für Sicherheit, Ordnung und Recht, Evelyn Breithaupt. „Gott sei Dank ist aber alles im grünen Bereich“, so die Fachbereichsleiterin. „Dank einer effektiven Vorsorge.“
Das dreiköpfige Team der Hermes Schädlingsbekämpfungs GmbH aus Quakenbrück war am Dienstag gegen 16 Uhr in Heide. Im Heider Weg an der Ecke Tannenweg öffneten die Männer mit ihrem Werkzeug einen Gully-Deckel. Aus dem Kofferraum holten sie die tödlichen Köder und ließen drei davon mit einem Seil in die Kanalisation hinunter – wo sie bald von Ratten entdeckt werden.
Ratten sind kein Problem
Lutz Timmermann vom OOWV stellt klar: „Ratten sind in unserem Verbandsgebiet eindeutig kein Problem mehr. Die Bekämpfung erfolgt prophylaktisch. Dann fügt er hinzu: „Wir möchten nicht irgendwann in die Situation kommen, dass wir irgendwo einen Befall haben – den wir dann womöglich nicht mehr in den Griff bekommen.“
Auf Privatgrundstücken müssen grundsätzlich die Eigentümer für die Bekämpfung von Schädlingen wie Mäusen oder Mardern sorgen. Schädlingsbekämpfer wie Egon Budde aus Bookholzberg befreien vom Ungeziefer (siehe Interview).
Auch an diesem Mittwoch sind die Männer von der Schädlingsbekämpfung-Firma aus Quakenbrück noch in der Gemeinde unterwegs. Jörg Hagemann, Udo Hamann und Christian Oldenburg haben einen interessanten Job. Gefährlich ist ihre Arbeit nur für ihre nagenden Opfer.
eines Schädlingsbekämpfers kann je nach Umfang des Befalls zwischen 200 und 600 Euro kosten. In schwierigen Fällen wird es auch teurer.
hatte 2008 eigens ein Merkblatt über „Maßnahmen zur Vermeidung von Rattenbefall“ herausgegeben. Darin wurde vor den Nagern deutlich gewarnt. „Die Wanderratte überträgt und verbreitet Erreger wie Tuberkulose... und Typhus...“
in Ganderkesee wurden aufgerufen, den Nagern kein „Wohlfühlklima“ zu verschaffen – wie etwa durch Abfälle.“
