GANDERKESEE - Ganderkesees neue Mensa wurde am Freitag zur Messehalle. Rund 200 junge Mitarbeiter von Schülerfirmen schoben dort Überstunden: Freundlich und teils fast professionell zeigten sie bei der „1. Schülerfirmenmesse“ der Region Oldenburg, mit welchen Geschäftsideen sie Geld verdienen – und unternehmerisches Handeln lernen.

Hocherfreut über die hohe Motivation und auch die große Resonanz, zog Mitorganisator Norbert Klüh vom Arbeitskreis „Nachhaltige Schülerfirmen“ von Stand zu Stand. „Null Absagen“ habe es gegeben. Ganz im Gegenteil: „Über Nacht“ seien aus den 20 sogar 21 Aussteller geworden. Der nachgemeldete „Biker Shop“ der Hauptschule Wiefelstede zwängte sich in den Eingangsbereich der Mensa.

Dass sich der Einsatz einer Schülerfirma finanziell lohnen kann, steht für Tanja Carsten-Frerichs und Christin Ueck von „Rent a Picture“ (Hauptschule Wildeshausen) außer Frage. Ihr zehnköpfiges Unternehmen hat sich aufs Verleihen und Verkaufen von Bildern aus dem Kunstunterricht spezialisiert. Kunden sind zum Beispiel Arztpraxen, nach Wunsch wird das Passepartout angefertigt und das Bild gerahmt.

Das Geschäft mit den Bildern, so Lehrerin Renate Overdick, lohne sich aber nicht nur finanziell. Denn in der Firma werde gelernt, was im Unterricht kaum stattfinde: Buchführung zum Beispiel, Telefonieren, kaufmännisches Handeln. Auch werde der Teamgeist geschult. Ihr Eindruck: „Die Schüler gehen durchaus kritisch miteinander um.“

Auf ein ganz anderes Geschäftsfeld haben sich die fünf Mitarbeiter der Network Company (Gymnasium Bad Zwischenahn) spezialisiert: Sie bieten einen Vor-Ort-Service bei privaten PC-Problemen. Da würden sie auch schon mal zum Mittagessen eingeladen, berichtete Christopher Weigand, 17. Die Company hat – wie viele Schülerfirmen – einen Kooperationspartner, nämlich ein Computertechnik-Unternehmen. Der 17-Jährige baute die Kooperation aus – er ist jetzt freier Mitarbeiter des Unternehmens.


Begeistert vom Treiben in der Mensa zeigte sich Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. Sie hatte die Messe zuvor eröffnet – und ließ sich am Stand der Schülergenossenschaft „Beauty Akzent“ (BBS 3 Oldenburg) testweise eine Hand mit Creme massieren. „Absolut entspannend“, fand die Bürgermeisterin. 20 Schülerinnen seien bei „Beauty Akzent“ mit von der Partie, berichteten die Mitarbeiterinnen Ivonne Triphaus und Britta Riemann. Das Tätigkeitsfeld: „Kosmetische Behandlung“.

Quasi zwischendurch stellten sich einige Firmen via Präsentation vor. Über die Professionalität staunte Lars Diegel von der Öffentlichen Versicherung, die als Sponsor auftrat: „Ich bin von den Socken.“

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