GANDERKESEE - Vom ehemaligen Regenrückhaltebecken im Ganderkeseer Industriegebiet geht derzeit nach Angaben der Gemeinde Ganderkesee „keine Gefahr für Mensch oder Umwelt aus“. Das habe am Donnerstag ein Gespräch mit Vertretern des Landkreises Oldenburg (Untere Wasserbehörde) und dem Sachverständigen Dr. Kasimir Pirwitz (Oyten) ergeben, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Gleichwohl sehen die Beteiligten „begründeten Anlass für einen sorgfältigen Umgang“ mit dem Schlamm in dem Becken an der Straße Im Leckerland.

Wie mehrfach berichtet, wurden in dem Schlamm diverse Schwermetalle nachgewiesen. Messungen waren vom Bremer Umweltinstitut im Auftrag der Gemeinde vorgenommen worden, aber parallel auch von Dr. Pirwitz, den die benachbarte Firma Pries, die das Grundstück erwerben möchte, eingeschaltet hatte. Die Ergebnisse beider Messungen differierten in Teilen – das sei aber im Bereich der „normalen Toleranz“, habe Pirwitz am Donnerstag versichert, berichtete 1. Gemeinderat Rainer Lange auf Nachfrage.

Der Experte aus Oyten soll nun auch den weiteren Gang des Verfahrens begleiten: Er erhalte den Auftrag, die bereits vorliegenden Untersuchungsergebnisse zum Rückhaltebecken zu bewerten und sie gegebenenfalls zu ergänzen. Die Gemeinde müsse zunächst wissen, wieviel Kubikmeter Schlamm aus dem Becken zu entfernen sind und was die Entsorgung kosten würde, erklärte Rainer Lange.

Bis zur Sondersitzung des Ausschusses für Straßen, Verkehr, Umweltschutz und Landwirtschaft am Mittwoch, 9. Januar (18 Uhr im Rathaus), soll Dr. Pirwitz erste Antworten vorlegen. Danach werde er die weiteren Schritte begleiten und überwachen, teilt die Gemeinde mit.

Für mögliche Kosten, die durch die Entsorgung entstehen, so rät die Verwaltung in der Beschlussvorlage für den Ausschuss, sollte der Verursacher aufkommen – den kennt allerdings niemand. Ob die Gemeinde Strafanzeige gegen Unbekannt stellt, muss in der Sitzung diskutiert werden.


Dass die Gemeinde beim Regenrückhaltebecken nun eng mit Dr. Pirwitz zusammenarbeiten wird, ist auch ganz im Sinne des Ganderkeseer Naturschutz-Experten Georg Müller. Dieser hat der Gemeinde – ebenfalls am Donnerstag – eine Übersicht zugeschickt, in der er die Ergebnisse der verschiedenen Messungen auflistet. Sein Fazit: Das Pirwitz-Gutachten zeuge von fachlicher Qualität.