GANDERKESEE - Wer gedacht hat, für moderne Spielekonsolen könnten sich nur Kinder und Jugendliche begeistern, liegt offenbar völlig falsch. „Wii-Sport wirkt ausgesprochen belebend auf Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen leben“, berichtete Wolfgang Gröbe am Wochenende auf einem Seminar der Gemeinde für ehrenamtliche Seniorenbetreuer. Der gelernte Maschinenbauingenieur aus Bad Bentheim arbeitet seit sechs Jahren ausschließlich als Gedächtnis- und Spieletrainer.

„Die Arbeit macht unheimlich Spaß“, bekannte Gröbe in einem Gespräch mit der NWZ während der Mittagspause. Es sei eine Freude zu sehen, wie selbst demente Heimbewohner mit Begeisterung bei der Sache sind, wenn über die Wii-Videospielkonsole Sport wie Bowling oder Golf angeboten wird. „Wir projizieren das Fernsehbild auf eine große Leinwand. Und dann gibt es richtige Wettkämpfe“, berichtete Gröbe von seiner Arbeit. Auch Karaoke sei ein gutes Mittel, um Heimbewohner zur Aktivität zu ermuntern. Es gehe darum, über den Tellerrand zu schauen und auszuprobieren, woran die Bewohner wirklich Spaß haben. „Die Freizeit tötet die Menschen im Altenheim“, formulierte Gröbe.

Christa Wachtendorf und Elke Wiercioch vom Ganderkeseer Freiwilligen-Forum „Mach mit“ hoffen, dass die Anregungen in die praktische Arbeit innerhalb der Gemeinde einfließen. Mit Fortbildungsveranstaltungen wie der im Lutherstift solle den Ehrenamtlichen der Rücken gestärkt werden, unterstrich Wachtendorf. An dem Seminar nahmen unter anderem auch freiwillige Helfer aus dem Waldschlösschen und dem Wichernstift teil. Dort könnten die neuen Ideen ausprobiert werden.