GANDERKESEE - Fast alle großen Hersteller von Windenergieanlagen arbeiten mit Technik aus Ganderkesee: 60 seiner Wendesysteme für Rotorblattformen, das so genannte Hawart-Hinge (Scharnier), hat der am Handwerksweg ansässige Sondermaschinenbauer Hawart bislang auf dem Weltmarkt platziert – Tendenz steigend.
Mit dem Boom der Windenergie ist auch Hawart gewachsen: Hatte der 1987 in Bremen als Handelsunternehmen gegründete und 1988 nach Ganderkesee übergesiedelte Betrieb anfangs noch Kompostierungsanlagen für seinen damaligen Nachbarn Umweltschutz Nord gebaut, hatte er sich nach dessen Insolvenz neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die fand das Unternehmen schließlich im Bau von Fertigungsmitteln und Transportsystemen für die wachsende Windenergie-Branche.
Heute beschäftige Hawart neben einigen freien 39 feste Mitarbeiter, berichtete Geschäftsführer Reinhard Bonke am Donnerstag anlässlich eines Besuchs der Ganderkeseer CDU-Fraktion. Weitere Einstellungen seien noch in diesem Herbst geplant. Gerade hat Hawart den Bauantrag für die Erweiterung seines Bürogebäudes gestellt, der Antrag für eine zweite, 1000 Quadratmeter große Produktionshalle soll in Kürze gestellt werden.
„Wir brauchen die Kapazitäten dringend“, sagt Bonke an die Gäste gerichtet. Der Neubau sei für 20 weitere Mitarbeiter ausgelegt. „Derzeit müssen wir noch gute 50 Prozent unserer Aufträge outsourcen“, so Bonke, „die wollen wir ins Unternehmen zurückholen. Im kommenden Jahr plane Hawart zudem, erstmals Auszubildende einzustellen.
81 Prozent seiner Aufträge erhält der Sondermaschinenbauer derzeit aus der Windenergie-Branche. Doch ebenfalls zum Leistungsspektrum zählen Gleissicherungsanlagen oder Fahrgastunterstände für Bus und Bahn. Hier gehöret unter anderem die Düsseldorfer Rheinbahn zu den Kunden der Ganderkeseer.
75 Prozent seines Umsatzes macht Hawart laut Geschäftsführer Körner derzeit noch innerhalb Europas. Großes Entwicklungspotenzial sieht er jedoch auf dem asiatischen Markt, insbesondere getrieben durch Indien, sowie in Nord- und Südamerika.
