GANDERKESEE - Bis zum 24. Juni ist das Oldenburger Münsterland wieder Mittelpunkt für alle Freunde des gesunden Stangengemüses. Zum Auftakt der Spargelsaison ist am Montag in Ganderkesee das traditionelle Festessen über die Bühne gegangen. Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Politik, Verwaltung, Gastronomie und Medien aus der ganzen Region waren von dem besonderen Spargel-Menü aus regionalen Produkten im Landidyll-Hotel Backenköhler begeistert.
Vechtas Landrat Albert Focke, Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, blickte stolz auf die Geschichte des Spargelessens zurück. „Beim Start 1996 konnten 26 teilnehmende Restaurants 1700 Gäste begrüßen. Seit 2004 waren es stets mindestens 50 teilnehmende Restaurants mit rund 7000 Gästen.“
Stellvertretend für die teilnehmenden Gastronomen der Region dankte Focke den Dehoga-Vorsitzenden Klaus Fleming (Cloppenburg) und Ulrich Steinkamp (Vechta). Letzterer hob die Bedeutung der Gastronomie hervor: „Es ist vielen Menschen kaum bekannt, dass unser Berufszweig in Niedersachsen zurzeit rund 9500 Auszubildende hat, mehr Auszubildende als zum Beispiel das VW Werk in Wolfsburg.“ Rund 115 000 Mitarbeiter seien in den Gastronomiebetrieben in Niedersachsen beschäftigt.
Frank Eger, Landrat des Landkreises Oldenburg, betonte: „Es ist mir eine besondere Ehre, dass diese offizielle Auftaktveranstaltung im Landkreis Oldenburg stattfindet.“ Diese Erfolgsgeschichte der Spargelsaison mache zum Glück nicht vor Landkreisgrenzen halt. Und Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas unterstrich: Das traditionelle Spargelessen sei die beste Werbung für die örtliche Landwirtschaft.
Unter dem Motto „Deutschland – eine Republik der Panikmacher“ zeichnete Professor Dr. Walter Krämer vom Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Technischen Universität Dortmund in seinem Festvortrag ein dunkles Bild von der deutschen Gesellschaft. „Die Deutschen sind ein Volk von Panikmachern“, so Krämer. „Nahrungsmittelgifte, Strahlen, Viren und Bakterien, die globale Erderwärmung, Flugthrombosen, Milzbrand, Salmonellen, das Waldsterben, die Vogel- und die Schweinegrippe – unser Leben und unsere Gesundheit und unser Geld scheinen tagtäglich in Gefahr. Ob Amalgam, Asbest, Ozon oder Dioxin, Gefahren lauern überall“, beschrieb der Professor die aktuelle Situation. Diese Panikmache sei inzwischen zu einem Standortnachteil für die Bundesrepublik geworden. „Wir investieren große Summen in die Elimination von minimalen Risiken und lassen die wahren Gefahren für unser Leben ungeschoren“, so Krämer.
Landrat Hans Eveslage, Vize-Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, dankte Krämer für dessen Vortrag. „Wenn ich mich beim nächsten Skandal wieder einmal ärgern sollte, hoffe ich in Erinnerung an Ihre heutigen Ausführungen rascher wieder meine Gelassenheit zurückzugewinnen.“
Am Freitag, 7. Mai, werden in 51 teilnehmenden Restaurants rund 7000 Gäste zum großen regionalen Spargelessen erwartet. In einer Verlosungsaktion werden Preise im Gesamtwert von über 50 000 Euro zu gewinnen sein.
