GANDERKESEE - Zweieinhalb Monate nach dem Bauernmarkt hat der Landfrauenverein Ganderkesee seinen letzten Gewinn verteilt: Die Außenstelle der Schwangerenberatungsstelle „Frauen beraten – donum vitae“ erhielt am Donnerstag 800 Euro aus dem Erlös des Kaffee-, Kuchen- und Stutenverkaufs im September.

Das Geld helfe, die Arbeit der Ganderkeseer Außenstelle des Wildeshauser Vereins fortzuführen, betonte Ulrike Kleen, die mittwochs von 9 bis 12 Uhr (sowie nach Vereinbarung) im ev. Gemeindehaus am Ring Beratungen durchführt. Aber auch in die Soforthilfekasse, aus der Frauen in akuten Notlagen kleine Unterstützungen zuteil werden, könnte etwas der Spende fließen, ergänzte die Vereinsvorsitzende Christa Heimermann.

Seit März dieses Jahres – zuvor gab es eine Unterbrechung – hat Kleen 40 Beratungen durchgeführt. Dabei gehe es nicht allein um Schwangerschaftsabbrüche. Allgemeine Schwangerenberatung und Präventionsarbeit in Schulen und Jugendzentren komplettieren die Arbeit des Vereins. Neben den üblichen, zumeist familiären oder gesundheitlichen Gründen, aus denen Frauen über einen Abbruch der Schwangerschaft nachdenken, verzeichne der Verein immer mehr auch einen neuen: „Der Druck durch die Arbeitgeber wird immer größer“, so Heimermann. Viele Frauen hätten Angst, durch eine Schwangerschaft den Arbeitsplatz zu verlieren.

Insgesamt arbeiten drei Beraterinnen für den Verein. Allerdings kommen diese zusammen nur auf 26,5 Stunden. „Mehr bekommen wir nicht finanziert“, so Heimermann. 80 Prozent des Budgets kämen vom Land, der Rest müsse durch Spenden eingeworben werden. Dazu zähle auch die Unterstützung der Gemeinde Ganderkesee, die dem Verein dieses Jahr 1000 Euro gezahlt habe – erstmals, so die Vereinsvorsitzende, „aber hoffentlich nicht einmalig“.