GANDERKESEE - Ideen zu kopieren, das ist nicht immer gern gesehen. Im Büro des Hospizkreises Ganderkesee war das am Donnerstagvormittag ganz anders: „Nachahmen ausdrücklich erwünscht“, appellierte dort Eltje Fricke. Die Ganderkeseerin hatte zu ihrem 75. Geburtstag auf Geschenke verzichtet und statt dessen um Spenden für den Hospizkreis gebeten. Das stattliche Resultat: fast 1000 Euro.

Ursprünglich hatte Eltje Fricke gar nicht vor, den 75. (am 14. August) zu feiern. Doch Freunde hatten sie überrascht und die Scheune von Hanna Krebs in Uhlhorn angemietet. Schon auf die Einladungen schrieb die Ganderkeseerin dann, dass doch bitte auf Geschenke verzichtet werden solle, statt dessen stand ein Sparschwein bereit.

Natürlich sei es schön, am Geburtstag mit einer Kleinigkeit überrascht zu werden, sagte sie. „Aber wenn man älter ist, braucht man nicht mehr groß Geschenke.“ Dass am Ende so viel zusammenkam, habe sie „sehr überrascht und auch berührt“.

Warum sie um Spenden für den Hospizkreis warb? Die Begleitung von schwer Erkrankten und Sterbenden sei ihr vertraut, der Tod für sie kein Tabu-Thema, sagte Eltje Fricke. Schon mit elf Jahren hatte sie den an Krebs erkrankten Vater verloren, als Kind hatte sie die Mutter zu Kondolenzbesuchen begleitet, mit ihr im Totenzimmer gebetet.

Chris Baramsky vom Hospizkreis zeigte sich sehr erfreut über die Spende. Zuwendungen von Geburtstagen oder Jubiläen habe es in der Vergangenheit schon gegeben, allerdings „nicht so häufig“. Der Hospizkreis-Verein habe in den vergangenen Jahren etwa 60 Prozent seiner Kosten durch Krankenkassen erstattet bekommen, der Rest werde über Spenden finanziert.