GANDERKESEE - Eine große Einfahrt säumt den Weg zur Praxis. In den Räumen riecht es nach frischer Farbe. Hier ist das Reich von Tierärztin Anne Horstmann. Seit dem 1. August kümmert sie sich um die großen und kleinen Wehwehchen von Ganderkeseer Vierbeinern.
Der Berufswunsch Tierärztin stand für die 42-Jährige seit Kindertagen fest. „Meine Eltern kommen beide vom Hof. Ich hatte von klein auf Kontakt zu Tieren.“ Ihr besonderes Interesse galt dabei von jeher dem „größten Glück der Erde“ – den Pferden. Als Tunierreiterin geht sie dieser Leidenschaft auch heute noch nach. Der Tierarztpraxis angegliedert ist außerdem eine Pferdezucht. Gemeinsam mit ihrem Mann besitzt Horstmann 20 Oldenburger. So verwundert es nicht, dass sich Anne Horstmann – neben der Kleintierbehandlung – auf die medizinische Versorgung von Pferden konzentriert hat.
Stärkere Beziehung
Das Studium der Veterinärmedizin absolvierte Horstmann an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Danach war sie in verschiedenen Einrichtung als angestellte Ärztin tätig. Unter anderem arbeitete Horstmann in der Klinik für Pferde in Mühlen. Außerdem war sie in Knoxville (US-Bundesstaat Tennessee) in der Universitätsklinik für Kleintiere beschäftigt. Die Unterschiede in der tiermedizinischen Versorgung wären interessant zu beobachten gewesen: „Die Amerikaner haben eine stärkere Beziehung zu ihren Tieren. Für hiesige Verhältnisse kann man durchaus von einer Überversorgung sprechen“, berichtet Horstmann.
Der Sprung in die Selbstständigkeit war für sie ein logischer Schritt: „Mein Schwiegervater Günther Horstmann hat lange Jahre eine Landtierpraxis betrieben. Von ihm haben mein Mann und ich das Grundstück bekommen.“
Und wie sieht der Alltag als frischgebackene Selbstständige aus? „Im Moment bin ich noch sehr mit Büroarbeiten beschäftigt. Ich denke aber, dass sich das legen wird.“ In kaufmännischen Fragen berate sie bisher ihr Ehemann.
Alternative Methoden
Hilfe bei der täglichen Praxisbericht bekommt Horstmann von der 21-jährigen Svenja Stenzel, die ihr als „rechte Hand“ zur Seite steht. Außerhalb der Sprechstundenzeiten macht Horstmann dann Stallbesuche. Mit der Resonanz bisher ist sie sehr zufrieden.
Neben der klassischen Schulmedizin setzt die Tierärztin auch auf alternative Heilmethoden So verfügt die Praxis über ein Laserakupunkturgerät, mit dem beispielsweise Arthrose behandelt wird.
Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten war der Tiermedizinerin eines wichtig: Praktisch soll es sein. Und: „Mensch und Tier sollen sich hier wohlfühlen.“ Und das ist bestimmt bei vielen Zwei- und Vierbeinern der Fall.
Diese NWZ -Serie porträtiert Menschen aus Ganderkesee, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben.
