GANDERKESEE - Manche Gastronomen befürchten erhebliche Einbußen. Andere glauben daran, dass die Raucher sich mit einem Verbot abfinden würden.
Von markus Minten
GANDERKESEE - Das Thema ist kein neues, die Rufe von Politikern, Krankenkassen und Ärzten nach einem Rauchverbot in Gaststätten werden aber immer lauter. Gestritten wird vor allem über das Wie: Sollen die Wirte Zigaretten und Aschenbecher freiwillig aus ihren Betrieben verbannen oder bedarf es dafür eines Gesetzes? Egal ob Selbstverpflichtung oder Vorschrift, Ganderkesees Wirte halten nicht viel von einem totalen Verbot, wie eine (nicht repräsentative) Umfrage der NWZ ergab.Walter Thiemann, „Jägerklause“-Wirt und Vorsitzender des Ortsvereins Ganderkesee-Hude im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), befürchtet erhebliche Umsatzeinbußen: „Ein Rauchverbot würde uns richtig weh tun. Die Raucher stellen sich nicht um, die kommen ganz einfach nicht mehr“, ist sich der Gastronom sicher. Thiemann sieht auch überhaupt keinen Grund für ein neues Gesetz: „Wir haben uns darauf geeinigt, in den Gaststätten rauchfreie Zonen zu schaffen.“ Und daran hätten sich die meisten Wirte auch gehalten. Aus zahlreichen Gesprächen auch mit Vertretern der Tabakbranche wisse er aber, dass „das Rauchen trotzdem nicht weniger geworden ist“.
Es verlagere sich nur aus den Gaststätten hin zu Tankstellen und Kiosken.
Etwas entspannter sieht Elke Flügge vom „Schützenhof“ die Situation. Selber Raucherin, denkt sie aber, dass selbst ein Verbot die Raucher nicht von einem Gaststättenbesuch abhalten würde: „Die meisten würden sich damit abfinden und weiterhin kommen.“ Bei Veranstaltungen entscheiden die „Schützenhof“-Gäste selbst: „Das hält sich in etwa die Waage“, so Flügge. „Die Hälfte der Veranstaltungen ist rauchfrei, bei der anderen wird geraucht.“
Auch Olaf Stolle vom „Oldenburger Hof“ setzt darauf, dass, sollte ein Verbot kommen, seine rauchenden Gäste weiterhin kommen würden. „Die würden sich umstellen.“ Eine Notwendigkeit für eine gesetzliche Regelung sieht auch er nicht. Eine rauchfreie Gaststätte sei „von Seiten der Gäste bisher kein Thema“.
Obwohl selbst seit 1999 Nichtraucher, hält Eberhard Mende eine gesetzliche Regelung für „nicht richtig“. „Auch wenn uns anderes vorgegaukelt wird, wird immer mehr geraucht“, hat der Besitzer des „Music-Club“ bemerkt. Seine Gäste würden sich das Rauchen sicher nicht verbieten lassen. Und deshalb befürchtet er „zumindest zum Anfang“ durch ein Rauchverbot deutliche Umsatzeinbußen und eine „Verlagerung von Feiern ins Private“.
