GANDERKESEE - Dreimal ist Oldenburger Recht! Nach zwei vergeblichen Versuchen wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisen-Viehvermarktung Ganderkesee-Wildeshausen eG Anfang 2011 einen neuerlichen Anlauf in Richtung Fusion mit der Ammerländer Viehzentrale (AVZ) unternehmen. Bei der Generalversammlung am Dienstagabend im Airfield-Hotel warb Vorstandsvorsitzender Maik Plate eindringlich für den Zusammenschluss.
Über die Fusion war erstmals bei der Generalversammlung im April 2008, danach dann bei einer außerordentlichen Versammlung im Juni 2008 abgestimmt worden. Die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit wurde damals verfehlt (April 2008: 65 Ja, 58 Nein; Juni 2008: 98 Ja, 43 Nein, vier Enthaltungen). Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen später, den Geschäftsbetrieb der AVZ ab August 2008 zu pachten. Seither habe es „eine Super-Zusammenarbeit“ mit den Ammerländern gegeben, berichtete Plate den etwa 100 Anwesenden.
Just zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende Perspektiven für die Genossenschaft beleuchtet. Landwirtschaftliche Betriebe, so sagte er, erlebten derzeit einen rasanten Strukturwandel: Land- und Pachtpreise seien „explodiert“, Nicht-Landwirte würden verstärkt in der Landwirtschaft investieren, Krisen in anderen Ländern schlügen auch hierzulande auf die Preise durch. Und: Die Konzentration in der fleischverarbeitenden Industrie (Abnehmer der Genossenschaft) habe zu wenigen, großen Unternehmen geführt.
Vor diesem Hintergrund „brauchen wir eine starke Genossenschaft“, warb Plate. „Nehmen wir die Herausforderung an. Sonst werden es andere tun.“
Gleich zu Beginn der Versammlung hatte Geschäftsführer Josef Wigger die Zahlen des Geschäftsjahres 2009 vorgestellt. Die Genossenschaft habe die Umsätze gehalten und sich im Markt verfestigt, so ein positives Fazit. Ein Manko: die laut Revisionsbericht des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems „schwache Ertragslage“ mit einem Jahresüberschuss von 20 000 Euro.
Die Versammlung beschloss, diesen Überschuss je zur Hälfte der gesetzlichen Rücklage beziehungsweise der Betriebsrücklage zuzuführen.
mit 632 Anteilen hat die Raiffeisen-Viehvermarktung. Das Umsatzvolumen lag 2009 bei etwa 74,4 Mio. Euro. Insgesamt 543 275 Tiere wurden gehandelt, ganz überwiegend Schlachtschweine (285 802) und Ferkel (222 750) sowie Schlachtrinder (22 018) (alle Zahlen inklusive AVZ).
waren die turnusgemäß anstehenden Wahlen. Vorstandsmitglied Herwig Blankemeyer (Kirchkimmen) sowie die Aufsichtsratsmitglieder Henning Wefer (Hiddigwarden) und Frank Emken (Wüsting) wurden einstimmig bestätigt.
