GANDERKESEE - „Vorrang für Solar!“ – Das fordert die Grünen-Fraktion bei der Versorgung des Ganderkeseer Freibades mit Wärmeenergie. Ratsherr Michael Sorg zeigte sich „sehr enttäuscht“, dass seitens der Gemeinde zunächst die Versorgung mit Wärme aus einer Biogasanlage geprüft wird.
„Die naturgemäß in der Sommerzeit betriebenen Freibäder eignen sich hervorragend zur wirtschaftlichen Nutzung der Sonnenenergie“, argumentierte Sorg in einem Schreiben an die Gemeinde. Zahlreiche Städte hätten bereits ihre Beckenwasser- und Duschwassererwärmung in Freibädern auf solare Energienutzung umgestellt. Die Vorteile lägen auf der Hand: Es würden viel weniger fossile Brennstoffe verschwendet, die kommunale Klimabilanz werde verbessert, die Betriebskosten würden gesenkt.
Antrag gestellt
Die Grünen beantragten, die Wirtschaftlichkeit einer Wärmeversorgung mit Solarenergie zu ermitteln und sich Gedanken über die technische Realisierbarkeit zu machen.
Zum Hintergrund: Für das Bad und die geplante Sauna sei der jährliche Wärme-Energiebedarf bei überschlägig etwa 1300 bis 1600 Megawattstunden pro Jahr anzusetzen, sagte Bernhard Bürger, Geschäftsführer des Ingenieurbüros G-Tec, zur NWZ . Zurzeit würden Gespräche geführt mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit einer Lösung auf Biogas-Basis zu ermitteln. Er gehe davon aus, dass durch Biogas-Wärme maximal 70 Prozent des Bedarfs zu decken seien.
Danach werde entschieden, ob Biogas genommen wird. Bürger: „Das hängt von den Preisen ab.“ Wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen, sei auch zu sagen, wie günstig oder ungünstig eine Lösung mit Solarenergie wäre.
Absage an „Alibi-Anlage“
Sorg will ein anderes Vorgehen. „Vorrang für Solar“ heiße für ihn auch, dass nicht nur „eine kleine Alibi-Anlage“ herausspringen dürfe.
Im Zusammenhang mit den Diskussionen ums Freibad meldete sich parallel auch Sorgs Fraktionskollege Oscar von Ewald zu Wort. Der Ratsherr aus Bookholzberg mahnte, die vom Gemeinderat mit Mehrheit beschlossenen Pläne zur Verbesserung des Freibades nicht schlecht zu reden. „Die Umsetzung der Saunapläne ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unseres Freibades, weil dadurch auch eine Verringerung des jährlichen Zuschusses erwartet wird.“ Und weiter: „Die Grünen appellieren an alle, jeglicher Schlechtmacherei gemeinsam entgegenzutreten.“
