Ganderkesee/Wiggersloh - Ein Wald aus Schildern und Warnbaken zeigt: Hier ist Vorsicht geboten. Nur maximal sieben Tonnen schwer dürfen Fahrzeuge sein, die auf der Wiggersloher Straße die Delme überqueren. Wenn aus nördlicher Richtung ein Fahrzeug anrollt, muss der Gegenverkehr warten – die Brücke darf nur in in eine Richtung zur Zeit befahren werden. Für mehr Verkehr reicht ihre Tragfähigkeit nicht mehr aus.
Doch die Zeit der maroden Brücke ist abgelaufen: In Kürze wird sie durch einen Neubau ersetzt. Voraussichtlich in der kommenden Woche sollen die Abrissarbeiten beginnen, wie die Gemeinde mitteilt. Dafür ist ab Dienstag, 6. März, eine Vollsperrung erforderlich. Etwa den Zeitraum bis Ende Juli plant die Verwaltung für die Maßnahme ein.
Nach dem Abriss sollen zunächst die Gründung hergestellt und die notwendigen Baugerüste installiert werden, um die Schalungen für die Betonierarbeiten vorzubereiten. Die Fahrbahn der Brücke wird rund 4,50 Meter, das gesamte Bauwerk etwa sechs Meter breit sein, so Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Die Stützweite betrage rund neun Meter.
Mit 295 000 Euro wird der Neubau günstiger als ursprünglich kalkuliert: Die alten Widerlager werden als Verbau wiederverwendet. Dadurch werde zugleich die Beeinflussung des Gewässers verringert, so die Verwaltung. Fördermittel gibt es für die Maßnahme nicht.
Der Verkehr wird während der Vollsperrung umgeleitet: aus Richtung Ganderkesee/Delmenhorst in westlicher Richtung über Wildeshauser Landstraße (B 213) – Harpstedter Straße – Sether Mühle – Henstedter Straße – Hauptstraße (K 286) – Dorfstraße. Wahlweise kann die östliche Umfahrung genutzt werden: Holzkamper Damm (L 874) – Adelheider Straße – Annenstraße – Dorfstraße – Harpstedter Straße (L 776) – Horstedter Straße – Ippener Straße – Dorfstraße. Gleiches gilt für die Gegenrichtung aus Harpstedt kommend.
Die Gemeinde weist darauf hin, dass der Segelflugplatz und das Kultur- und Tagungshaus „Mikado“ nach wie vor über die Große Höhe zu erreichen sind. Die Anfahrt sei jedoch für die gesamte Bauzeit nur von Horstedt aus möglich.
In einem deutlich besseren Zustand als die Delmebrücke in Wiggersloh sind laut Uwe Nordhausen, Geschäftsführer des Zweckverbands Kommunalservice Nordwest, die übrigen der 30 kommunalen Brücken im Gemeindegebiet. 2013 seien alle zuletzt von einem Fachbetrieb einer großen Prüfung unterzogen worden und vergleichsweise gut benotet worden – anders als etwa die Brücken in der Nachbargemeinde Hude.
Baufällig ist laut Nordhausen neben der Delmebrücke in Wiggersloh einzig eine kleinere Brücke in der Nähe von Gut Holzkamp. An allen anderen Brücken sollen im Rahmen eines Sanierungsprogramms – größtenteils noch 2018 – Schäden behoben werden, die die Substanz der Bauwerke gefährden könnten.
