GANDERKESEE/WILHELMSHAVEN - Bei der Verteilung der lukrativen Geldpreise gingen die Ganderkeseer am Dienstagabend im Wilhelmshavener „Oceanis“ zwar leer aus. Trotzdem: Im Umweltzentrum Hollen und auch beim Schulexpress Bremen/Niedersachsen ist die Freude groß, beim „Nord-West-Award“ der Bremer Landesbank unter die zehn Finalisten gekommen zu sein (die NWZ berichtete am Mittwoch in der „Wirtschaft“). Auf der Bühne befragt von Moderator Ludger Abeln, stellten Marina Becker-Kückens und Helga Schwarz (RUZ) sowie Claudia Holst und Verena Noelle (Schulexpress) ihre Projekte vor – wobei Abeln sich unter dem Schulexpress offenbar einen Bus vorgestellt hatte.

Bei dem Festakt in Wilhelmshaven hatte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff allen Finalisten den Tipp gegeben, mit ihrem Erfolg in Wilhelmshaven für ihre Projekte zu werben und beim Nord-West-Award 2008 erneut den Hut in den Ring zu werfen. Für das RUZ kündigte Marina Becker-Kückens an, beide Ratschläge zu befolgen. Vielleicht helfe die Platzierung bereits, wenn in wenigen Wochen nach dem Auslaufen des Ernährungsprojektes Zuschussgeber für ein Folgeprojekt gesucht werden.

Zugleich zog Becker-Kückens ein Fazit für das seit September 2006 laufende Ernährungsprojekt: Bis einschließlich Oktober 2007 hätten 1284 kleine und große Teilnehmer alte Gemüsesorten neu entdeckt, wilde Früchte genossen, „tierisch gut“ mit Wild gekocht oder aus Äpfeln Saft hergestellt. Helga Schwarz hatte die einzelnen Angebote mit vielfältigen Informationen bereichert. Teils sei auf „sehr hohem Niveau“ diskutiert worden, fand Becker-Kückens.

Auch beim „Schulexpress“ kann sich Claudia Holst durchaus vorstellen, dass die Initiative sich 2008 erneut am Award beteiligt. Dafür sprächen schon die Zahlen: Mittlerweile hätten sich von der in Bremen-Borgfeld von Verena Noelle gestarteten Bewegung bereits 35 Schulen angeschlossen – und Schilder aufgestellt, von denen aus die Kinder in Gruppen zur Schule gehen. Schon seit August 2006 sind die Ganderkeseer Grundschulen Lange Straße und Dürerstraße mit von der Partie, seit kurzem auch die drei Wildeshauser Grundschulen. Zurzeit gibt es Gespräche mit Hude.

Übrigens: Bei aller Freude auf der Bühne war aus Teilnehmerkreisen auch Kritik an der Bewertung zu hören. Der Tenor: Ehrenamtliche Initiativen und die Projekte mit fest angestellten Mitarbeitern aus Firmen oder Hochschulen seien „in einen Topf geworfen“ worden. Beides sei aber kaum vergleichbar – vor allem deshalb, weil die finanzielle Basis sehr unterschiedlich sei.