GANDERKESEE - GANDERKESEE - Auch Ganderkeseer Unternehmen sollten den Weg auf die internationalen Märkte suchen, sollten dabei aber Experten einschalten und die Probleme im Zielland nicht unterschätzen. Das war die Botschaft, die gestern Abend von den „Begegnungen“ im Rathaus ausging, zu denen die Gemeinde als Veranstalter neben Führungskräften der Wirtschaft und Vertretern der Politik auch Fachleute eingeladen hatte, die ihre Erfahrungen mit Auslandsmärkten einbrachten.
Gerhard Tholen von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer legte die Basis dafür mit allgemeinen Hinweisen zum Export. Es gebe noch „viel zu beackern“ im Rest der Welt, meinte er. Export sei Chefsache, erfordere ein auf das Zielland ausgerichtetes Produkt, ein langfristig angelegtes Konzept und „viel Durchhaltevermögen“.
Dr. Volker Schulz-Berendt (TTT Technology-Trade-Tourism, Ganderkesee) bestätigte das im Hinblick auf Brasilien, einen laut Schulz-Berendt großen Markt mit einem Bonus für deutsche Firmen und Risiken durch Währungsschwankungen und ein anderes Rechtssystem. Sein Tipp: Den Markt durch Besuch von Messen kennenlernen, sein Produkt vor Ort vorstellen, sich zunächst um Aufträge von deutschen Firmen dort bemühen – und nicht vor der Bürokratie zurückzuschrecken. Denn „wer in Deutschland über Bürokratie klagt, war noch nie in Brasilien“.
Harald Meyer und Miriam Rudnitzki (Unternehmensgruppe Meyer) hatten ganz praktische Tipps. Sie haben ihrem Unternehmen den Weg nach Polen ohne allzu hohe Investitionen und in relativ kurzer Zeit geebnet, mahnten aber, bei solchen Schritten Vertrauensleute vor Ort zu haben und die Mentalitäts-Unterschiede zu berücksichtigen. „Wenn deutsche Firmen kommen“, so Rudnitzki, „denken die polnischen Partner, sie brauchten nur zu warten“.
Hans-Werner Aschoff (Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises) schließlich hatte konkrete Hilfe aus einem kreiseigenen Förderprogramm anzubieten. Es unterstützt Firmen u. a. beim ersten Messe- und Internet-Auftritt, bei der Werbung, bei Sprachkursen im Marketing.
Bei seiner Begrüßung hatte Bürgermeister Gerold Sprung auf das Anliegen der Gemeinde hingewiesen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Ihr sei wichtig, die Menschen davon zu überzeugen, dass es lohnenswert sei, in Ganderkesee zu leben, zu arbeiten, zu investieren und Gewerbe anzusiedeln. Als Bürgermeister danke er allen Betrieben für ihre Leistungen auch im Interesse der Bürger.
Viel Beifall und hohes Lob für ihre Ernsthaftigkeit und ihr Können erhielten drei junge Musiker, die die „Begegnungen“ mit ihrem Spiel auflockerten: Aljoscha Meyer (10), Corinna Meyer (14) und Antonia Müller (14).
Unternehmer-Persönlichkeiten geehrt
