GANDERKESEE - Mit einem Sonderpreis kamen Laura Breitkopf und Julia Strehl vom Bremer Landeswettbewerb zurück. Die beiden Zwölfjährigen hatten mit einem Wärmetauscher gepunktet.
Von Karsten Kolloge
GANDERKESEE - Auf den ersten Blick wirkte das Papp-Häuschen, das Laura Breitkopf und Julia Strehl da gestern daheim auf den Küchentisch stellten, eher wie ein Spielzeug. Selbst gebastelt, ohne jeden Schnickschnack. Aber weit gefehlt. In den vier Wänden steckt ausgeklügelte Technik ein regenerativer Wärmetauscher. Mit ihrer Entwicklung machten die beiden Mädchen aus Ganderkesee am Donnerstag beim Landeswettbewerb Jugend forscht in Bremen von sich reden.Insgesamt 400 Teilnehmer hätten sich an dem Landeswettbewerb beteiligt und ihre Stände in einem eigens auf dem Airbus-Gelände aufgestellten Zelt aufgebaut, berichteten die beiden Zwölfjährigen. Weil sie noch keine 15 sind, gingen sie in der Sparte Schüler experimentieren an den Start. Während andere junge Tüftler ihre Findigkeit in den Fächern Biologie, Chemie, Mathe und Informatik oder Physik zeigten, hatten sich die beiden Ganderkeseerinnen für das Fachgebiet Arbeitswelt angemeldet.
Mit ihrem Beitrag, so sagten Laura und Julia, hätten sie ein im Prinzip bekanntes Feld betreten. Wärmetauscher gebe es auch in Ganderkesee, im Hallenbad etwa. Das Problem sei bekannt: Wenn man einen stickigen Raum lüftet, kommt es zum Wärmeverlust, beschrieb Julia. Die Frage sei: Wie bekommt man es hin, dass frische Luft hineingelangt, ohne dass es kalt wird.
Laura und Julia lösten diese Herausforderung durch ein Rohr, das sie mit zwei Ventilatoren ausstatteten und in ihr Papp-Haus lenkten. Drinnen sorgten zwei Lampen für Wärme. Die Idee: Die Luft strömt, gesteuert durch Zeitschalter an den Ventilatoren, mal aus dem Häuschen heraus, mal strömt frische Luft hinein.
Der Pfiff bei der Konstruktion besteht aus dem Innenleben des Rohres. Laura und Julia hatten einen durchlässigen, mit Alu-Spänen gefüllten Beutel hineingelegt. Warum Alu? Aluminium speichere Wärme beim Herausströmen der Luft und gebe sie an die hineinströmende Luft wieder ab, erläuterte Laura. Im Prinzip hätte man auch Alu-Klötze nehmen können, aber die speichern nicht so gut Wärme und lassen die Luft nicht so gut vorbei, ergänzte Julia.
Die Jury des Landeswettbewerbs würdigte die Konstruktion der beiden Schülerinnen mit einem mit 45 Euro dotierten Sonderpreis Umwelt. Auch wurden Bilder vom Stand der Ganderkeseerinnen auf einer Großleinwand gezeigt. Eine Qualifikation für den Bundeswettbewerb hingegen gab es nicht die sehen die Bedingungen erst für Teilnehmer ab 15 vor.
