GANDERKESEE - Besonders häufig wurde mit Pinsel und Zeichenstift gearbeitet. Aber auch plastisches Gestalten war gefragt. Und ein „Nachwuchs-Architekt“ hat ein Modell des Schulgebäudes hergestellt: Das Offene Atelier, das unter der Leitung von Studienrätin Anna-Louise Kaput zum Ausklang des Schuljahres am Ganderkeseer Gymnasium veranstaltet worden ist, hat sehr interessante Ergebnisse gebracht.
„Es war ein Versuch. Wir waren selbst gespannt, wie die Reaktion darauf sein würde“, berichtete die Kunstlehrerin am Dienstag. Die Reaktion bei den Schülerinnen und Schülern war ausgesprochen positiv. „Es gab rund 50 Bewerbungen“, stellte Anna-Louise Kaput erfreut fest. Gleichwohl: Die Zahl der Plätze im Atelier wurde nicht erhöht, „denn wir wollten die individuelle Betreuung sicherstellen“.
Ideen eingereicht
Die notwendige Auswahl der 20 Schülerinnen und Schüler, die an dem eintägigen Workshop teilnehmen durften, fand anhand von künstlerischen Arbeiten statt. Außerdem sollten die Bewerber eine Ideenskizze einreichen, was sie während des Atelier-Tages umsetzen wollten. Und zum Auftakt des Workshops wurden die Ideen in der Gruppe noch einmal diskutiert.
Dabei gab es eine erstaunliche Bandbreite, wie Anna-Louise Kaput feststellen konnte – allerdings durchaus geschlechtsspezifisch eingefärbt. Während sich die Jungen eher technische Motive aussuchten, stand bei den Mädchen vor allem „Actionpainting“ im Vordergrund. Diese moderne Kunstrichtung innerhalb des abstrakten Expressionismus hat ihre Wurzeln in den USA und sei untrennbar mit dem Namen Jackson Pollock verbunden, berichtete die Studienrätin.
Nur wenige Jungen dabei
Die Teilnehmer des Offenen Ateliers probierten aber nicht nur die spontane Malerei aus, deren Resultat nicht vorhersehbar ist, sondern wagten sich auch an Porträts oder Tiergemälde. Dabei kamen ganz erstaunliche Ergebnisse zustande.
Nach diesen Erfahrungen ist es für das Team der Kunstpädagogen am Ganderkeseer Gymnasium klar, dass es nicht bei einem einmaligen Versuch bleiben sollte. „Wir werden das bestimmt wiederholen“, kündigte Anna-Louise Kaput an. Und dann eventuell sogar an zwei Tagen. „Das Atelier lief von der ersten bis zur neunten Stunde. Einige Schüler haben dafür sogar Überstunden gemacht. Und dennoch ist die Zeit sehr knapp gewesen, um ein Bild komplett fertigzustellen.“
Bedauert wurde die geringe Beteiligung von lediglich vier Jungen. Die Jungs hätten sich wohl nicht getraut, meinte die Studienrätin, obwohl sie im Unterricht zum Teil tolle Leistungen ablieferten.
