GANDERSUM/BREMEN/HANNOVER - GANDERSUM/BREMEN/HANNOVER/AD/LNI - Im Bereich des Emssperrwerkes bei Gandersum (Kreis Leer) gibt es einen starken Rückgang rastender Zugvögel. Dies geht aus einer Studie hervor, die die Umweltorganisation WWF gestern in Bremen vorgelegt hat.

Danach ist seit dem Bau des Sperrwerks im Jahr 1998 besonders die Zahl an Grau-, Nonnen- und Blessgänsen im europäischen Schutzgebiet „Nendorper Vorland“ drastisch gesunken. Wurden vor dem Bau des Sperrwerks als Maximum noch 2300 Nonnengänse gezählt, waren es danach nur noch 320. „Das Schutzgebiet verliert seine ökologische Bedeutung“, so Beatrice Claus vom WWF.

Die Umweltschützer monieren, dass das Land Niedersachsen es versäumt habe, die Ems zwischen Papenburg und Emden bei der EU als „Natura 2000“-Schutzgebiet zu melden. Die EU könne daher ein tägliches Bußgeld von bis zu 800 000 Euro verhängen, sagte Claus..

Das Land Niedersachsen habe die Ems nur zum Teil als Schutzgebiet gemeldet, bestätigte Jutta Kremer-Heye, Sprecherin des Niedersächsischen Umweltministeriums. Die Niederländer hätten jedoch die Anmeldung der Emsmündung abgeschlossen und von der EU grünes Licht bekommen. „Wir können dann nicht auch noch melden, sonst müsste Holland das ganze Verfahren wieder öffnen“, sagte Kremer-Heye. Niedersachsen sehe sich beim bisherigen Verfahren auf der sicheren Seite.

Eine endgültige Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des mehr als 200 Millionen Euro teuren Bauwerk steht noch aus. Umweltschützer haben ein Revisionsverfahren beim Bundesverwaltungsgericht gegen ein früheres Urteil durchgesetzt.