GANSPE - Sicherlich waren die meisten der erschienen Anwohner froh, als sie am Donnerstagabend in Ganspe von Seiten der Gemeinde erklärt bekamen, dass der Warflether Sand definitiv ein Landschaftsschutzgebiet bleibt, für das keine andere Nutzung geplant sei.
Auch der Leuchtturmpadd wird in seiner Form erhalten bleiben. Bürgermeister Franz Bittner, Fachbereichsleiter Michael Heibült, Cord Hartjen vom Deichband, Kai Wienken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und Olaf Mosebach sowie Frank Schnitger vom Planungsbüro standen den Bürgern Rede und Antwort zu allem, was den neuen Bebauungsplan Nr. 45, „An der Weser“ betraf.
Deichtrift wird verlegt
„Damit die Werften und Betriebe im Außendeichgebiet wettbewerbsfähig bleiben können, ist ein Ausbau der Industriestraße dringend notwendig. In der Vergangenheit kam es oft zu Engpässen beim Lastwagenverkehr. Die Straße ist wirklich in einem sehr schlechten Zustand“, erklärte Franz Bittner. Noch vor Beginn der Deichbaumaßnahmen im kommenden Mai sollen darum die Planungen für das Gebiet fertig sein, damit rechtzeitig Fördergelder in Hannover beantragt werden können.
Um Konflikte zwischen Industrie, Natur und Anwohnern auszuräumen, ließ Franz Bittner den Bürgern die Pläne für das Außendeich Gebiet und die Deicherhöhung zunächst einmal von Olaf Mosebach ausgiebig erläutern. Dieser betonte, dass noch Nachbesserungen an den Plänen gemacht werden könnten.
Bei der Natur- und Landschaftsschutzbehörde gäbe es noch offene Fragen bezüglich der dortigen Flora und Fauna zu klären. Gutachten vom Institut für technische und angewandte Physik (itap) zu Lärm und Geruch fließen erst später in die Planungen ein. Insgesamt um 109,6 Hektar Fläche geht es. Ziel sei es dabei nicht, neue Flächen zu erschließen, sondern um den sinnvollen Ausbau mit hafenorientierten Gewerbebetrieben auf den bereits genutzten Flächen. Eine zweite Zufahrtsmöglich für Lastwagen sei dabei unerlässlich. Auch ein Wendehammer und eine Abstellmöglichkeit für zwei Lastwagen sind geplant.
„Im Zuge der Deicherhöhung kann die bisherige Deichtrift um einige hundert Meter Richtung Motzen verlegt werden. Die Durchfahrt ist aber nur im Ausnahmefall gestattet und wird notfalls mit einer Schranke versperrt“, beruhigte der Bürgermeister nach der Frage eines besorgten Anwohners. Für Fußgänger werden voraussichtlich die alte Trift über den Deich und die Treppe in Ganspe begehbar bleiben.
Spundwand am Deich
„Für den Hochwasserschutz Außendeichs sind die Betriebe zuständig, denn schließlich haben sie sich im Hochwasserbereich angesiedelt“, stellte Franz Bittner klar. Mit einer Spundwand soll der Deich erhöht werden, damit nicht noch mehr von der knappen Fläche für den Straßenbau verloren geht.
„Im Binnenbereich verändert sich nichts, außer der Deichkrone“, versicherten Kai Wienken und Cord Hartjen. Im Dezember sollen die Pläne im Rat vorgestellt werden. Auch die Schaffung von neuen Gewerbeflächen entlang der B 212 neu wird ein Thema sein.
