GANSPE - Aufatmen in Ganspe: Gegen 20.40 Uhr entschärften die Sprengmeister Thomas Gesk und Torsten Erhardt am Donnerstag einen Blindgänger im Garten eines Einfamilienhauses am Schwalbenring.
Erst nach umfangreichen Vorarbeiten war es den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen gelungen, die in sieben Meter Tiefe steckende Bombe zu entschärfen. Die Vorbereitungen für die Räumung nahmen mehrere Tage in Anspruch. Ein Elsflether Bauunternehmen musste eigens für die Aktion einen Spundkasten anfertigen, um die Wände abzustützen und um das eindringende Wasser leichter abpumpen zu können. Mehrere Zehntausend Euro dürfte die Aktion am Ende kosten, schätzt Anke Egenhoff, zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus.
Nach Angaben von Thomas Gesk handelte es sich bei dem mit einem seltenen Zeitzünder versehenen Blindgänger um eine US-amerikanische Fliegerbombe. Während die Bombe selbst in sieben Meter Tiefe lag, stießen die Bombenräumer bereits am Vormittag in 5,50 Meter Tiefe auf das dazugehörige Leitwerk. „Alles ist sehr gut erhalten“, sagte Gesk. Der weitgehend luftundurchlässige Marschboden konserviere eben sehr gut.
Von der Bombenräumung betroffen waren rund 1600 Menschen. Aufgrund der Größe des Sprengkörpers mussten alle Wohnungen und Industriebetriebe im Umkreis von 1000 Metern um den Fundort evakuiert werden, so Egenhoff.
In der Zeit von 18 bis 20 Uhr gingen Mitglieder von drei Ortswehren von Haus zu Haus, um die Bewohner zum Verlassen ihrer Wohnungen aufzufordern. Während der „heißen Phase“ der Entschärfung stellte die Fähre Blumenthal-Motzen ihren Betrieb vorübergehend ein. Auch die Busse am Deich verkehrten nur eingeschränkt. Im Einsatz waren am Donnerstag überdies Polizei, Johanniter und mehrere Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.
