Westerstede - „Früher wurde Eine-Welt leicht belächelt, heute ist der Laden in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Es war nur ein Satz von Kreispfarrer Lars Dede. Doch er beschrieb eine zwei Jahrzehnte andauernde Aufbauarbeit. Zum 20-jährigen Bestehen des Eine-Weltladens in Westerstede hatte Koordinatorin Lisa Klarmann zahlreiche Gäste ins Evangelischen Haus eingeladen.
„Der Eine-Welt-Laden ist ein Schmuckstück für die Stadt und eine wunderbare Erfolgsgeschichte“, fuhr Dede und hob das Engagement der Unterstützer hervor. Die Bürger dürften nicht erwarten, dass andere für sie die Welt veränderten oder retteten. „Sie leisten jeden Tag ihren Beitrag, das nun schon seit 20 Jahren in unserer Stadt und alles ehrenamtlich“, beglückwünschte er das Team.
Der Eine-Welt-Laden sei auch ein Lernort für Konfirmanden und Schüler betonte Pastor Michael Kühn, Vorsitzender des Arbeitskreises christlicher Kirchen. Er machte Mut, auch im Stadtrat auf fair gehandelte Produkte umzusteigen: „Den neuen Stadtrat zur Fair-Trade-Town machen“, gab er als Ziel aus.
Ernst-Dieter Kirchhoff, Vorsitzender der Eine-Welt-Gruppe Äquator e.V., blickte noch einmal auf die Entwicklung zurück. „Der Eine-Welt-Laden in Westerstede hat verschiedene Wurzeln. Da ist einmal das ökumenische Friedensgebet, dann der Weltgebetstag der Frauen 1996. Darüber hinaus gab es in der Baptistengemeinde einen Eine-Welt-Stand mit dem Ziel, eine Berufsschule für Mädchen in Nordkamerun beim Aufbau zu unterstützen. Die Schule Saare Tabita gibt es immer noch.“
Ein Trägerverein wurde am 25. August 1996 gegründet und ein erster Laden fand sich zunächst in zweiter Reihe in der Lange Straße. Fünf Jahre später folgte die Umsiedlung an die Peterstraße. Die Bilanz sei durchwachsen, Erfolge seien aber erzielt, besonders bei der Armutsbekämpfung und bei der Gesundheitsversorgung. „In Zukunft werden wir verstärkt fragen, wie wir die Ressourcen schützen. Wie kaufen wir ein nicht nur als Individuen, auch als Gemeinschaft“, Kirchhoff.
Musikalisch begleiteten die Gospel-Souls Ihausen die Feierlichkeit. Eine Ausstellung von Anna Reents war ebenfalls aufgebaut.
