Garrel - „Wir sind der Marktführer Deutschlands aus Garrel, spielen in der Bundesliga und der Champions League“, sagt Hermann Gößling, der der Gruppe „Mann ü 60“ den Betrieb „Högemann Automatisierungstechnik“ in Garrel vorstellt. Stolz und Freude über die Erfolge sind bei der Vorstellung durch den Geschäftsführer zu spüren. Der Vergleich zum Erfolg der Firma ist berechtigt: Pro Jahr werden in Deutschland 23 Millionen Tonnen Futtermittel produziert, 35 Prozent davon mit der Software, der Automatisierung und der Technik aus dem Haus an der Amerikastraße.

Das Geschäft der Firma: Futtermittelwerke werden voll automatisiert von Garrel aus geplant, aufgebaut, in Betrieb genommen und gewartet. Schaltschränke werden in Garrel vormontiert, die IT-Technik mitgeliefert. Von der Anlieferung der Rohstoffe bis zum Futter im Silo der Landwirte steuern die Spezialisten aus Garrel den Betrieb und sorgen dafür, dass keine Mühle, keine Presse still steht. Auch die Logistik der Werke bei der Auslieferung wird gesteuert. Treten Störungen in einem Werk der 130 Kunden auf, stehen Tag und Nacht vier Mitarbeiter parat, um zu helfen. Etwa 80 Prozent der Fehler ließen sich von Garrel aus per Fernwartung beheben. Andere Fehler würden von den Mitarbeitern in den Betrieben nach Anweisungen aus Garrel behoben, selten müsse ein Techniker aus Garrel in das Werk fahren. Seit 1990 stellt sich die Firma den Herausforderungen moderner Produktionsmethoden bei der Futtermittelherstellung. Angefangen hat alles, als der Firmengründer Franz Högemann die ersten PC-Steuerungen für Anlagen der damaligen Genossenschaft in Garrel, heute GS Agri, installierte.

Högemann ist ein Selfmademan. Als gelernter Elektriker war er im Betrieb der Genossenschaft tätig, lernte das Programmieren und gründete ein Unternehmen, das heute 80 Mitarbeiter beschäftigt und seit 2010 zur Big-Dutchman-Gruppe gehört. Das Gros der Mitarbeiter kommt aus Garrel und den Nachbardörfern.

Jeder Betrieb laufe mit einem individuellen Programm, so Hermann Gößling. Um die Programme kümmern sich 40 der 80 Mitarbeiter. Die sorgen ständig für neue Projekte. Eine aktuelle Herausforderung sei der effektivere Umgang mit Energie, von der in den Betrieben viel verbraucht werde.

„Unsere Verbindung nach Russland ist schneller als in das benachbarte Industriegebiet in Garrel“, antwortete Gößling auf die Frage nach der Internetanbindung. Mit der Übertragungsgeschwindigkeit am Firmenstandort sei man zufrieden. Nicht alle Garreler Firmen könnten über ähnlich leistungsfähige Leitungen verfügen. Nach einem Film und dem Vortrag wurden die 60 Männer von Mitarbeitern durch den Betrieb geführt. Dabei gab es weitere Informationen und Antworten auf die Fragen der interessierten Männer.