Garrel - Die Grenzen des Einzugsgebietes werden vom Wasser und nicht von politischen Grenzen bestimmt. Das sagte Martin Windhaus, Geschäftsführer der Friesoyther Wasseracht, den Männern der Gruppe Mann ü 60, die der Wasseracht einen Besuch abstatteten, um sich über deren Aufgaben zu informieren. „Der Mensch greift in den Wasserstand ein, darum braucht es eine Ordnung“, sagte Windhaus. Die Wasseracht ist zuständig für den Ablauf des Wassers. Das Einzugsgebiet wird bestimmt durch die Marka, die Soeste und die Lahe, die in Garrel noch Aue heißt.
76 000 Hektar umfasst das Gebiet, erfuhren die Männer. Innerhalb des Gebietes ergeben sich erhebliche Höhenunterschiede. Liegt der südliche Bereich (Gemeinde Emstek) mehr als 50 Meter über dem Meeresspiegel, ist es in Barßel nur noch ein Meter. Der Gewässerausbau, deren Unterhaltung und die Landschaftspflege obliegt der Wasseracht.
Die Finanzierung erfolgt durch die Grundstücksbesitzer in dem Bereich, allesamt Zwangsmitglieder. Dazu zählen auch die Besitzer von Eigenheimen. Die Zahl der Mindestzahler (17,50 Euro) beträgt 25 000, die Zahl aller Mitglieder beläuft sich auf 33 000. Mit deren Beiträgen halten die 25 Mitarbeiter die fast 1500 Kilometer langen Gewässer in Stand, bauen sie aus oder nehmen auch schon mal einen Rückbau vor.
Die „Arme-Leute-Gegend“ habe sich erst entwickeln können, als Moorflächen trockengelegt und das Oberflächenwasser abgeleitet werden konnte. Dabei spielte er Emslandplan eine entscheidende Rolle. Neben der Instandhaltung der Gewässer hat die Wasseracht heute weitere Probleme, für die Bisamratten, Nutrias und Neophyten verantwortlich sind. Letztere sind ortsfremde Pflanzen, die durch ungehemmtes Wachsen den Abfluss des Wassers beeinträchtigen. Besondere Probleme bringe auch der Klimawandel mit sich, sagte der Geschäftsführer. Es gebe immer öfter sehr trockene Sommer und regenreichere Wintermonate. Damit der Grundwasserspiegel nicht noch mehr absinke, empfahl Martin Windhaus dringend, auf eine Ableitung des Oberflächenwassers von Baugrundstücken zu verzichten und stattdessen das Wasser auf dem eigenen Grundstück zu verrieseln.
Vorgestellt wurde der Gruppe aus Garrel auch die Kompensationsfläche für den Energiepark Garrel, die an der Soeste gestaltet wurde. Mit einem Rundgang durch die Maschinenhalle endete der sehr informative Besuch der Gruppe Mann ü 60. Werner Wessel bedankte sich bei Martin Windhaus für die umfangreichen Informationen und die Antworten auf die Fragen der Gäste.
