Garrel - „Bauernmilliarde? Nein Danke!“ – rund 30 Landwirte haben am Samstagmorgen dem Garreler Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (CDU) ihren Unmut mitgeteilt. Grund dafür ist die von der Bundesregierung zugesagte eine Milliarde Euro für die nächsten vier Jahre, um die Folgen der Düngeverordnung abzumildern. Sie überreichten Bley eine Positionspapier und forderten ihn auf, sich für die Landwirte einzusetzen.

Ihre Forderung statt der zugesagten finanziellen Zuwendung: „Wir wollen, dass die Grundwasser-Messwerte vernünftig aufgearbeitet werden“, sagte Markus Holzenkamp aus Nikolausdorf. Statt großer zu pauschaler Abgrenzung der roten Gebiete, in denen künftig deutlich weniger gedüngt werden darf, müssten die Gebiete differenzierter betrachtet werden.

Wegen des Geldes stünden die Bauern schon wieder am Pranger, so Holzenkamp, der wie seine Berufskollegen die eine Milliarde als „Schweigegeld“ betrachtet, das zudem gerade einmal mit 950 Euro pro Betrieb und Jahr zu Buche schlagen würde. Denn wenn alleine durch die Ausdehnung der Sperrzeiten für die Gülleausbringung mehr Lagerraum geschaffen werden muss, beliefen sich die Investitionskosten schnell auf mehrere 10 000 Euro, argumentieren die Landwirte.

Sie setzen sich mit der Initiative „Land schafft Verbindung“ dafür ein, dass aktuelle EU-weite und repräsentative Messverfahren etabliert werden, um die Daten nach Brüssel zu melden. Auf Basis dieser Daten müsse ein sauberes und zielführende Konzept erarbeitet werden, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiere. Auch den Umstand, dass die Landwirte als einzige Verursacher der Nitratbelastung im Grundwasser in Betracht gezogen werden, wollen sie nicht so stehenlassen.

Bley betonte, die Sorgen der Landwirte verstehen zu können und hinter ihnen zu stehen. Er verwies auf die Initiative von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin sowie der CDU in Niedersachsen, die sich für eine Binnendifferenzierung nach dem Verursacherprinzip einsetzten. Zudem sei ein europaweites Messstellennetz vorzusehen. Da habe die Politik bisher „geschlafen“, sagte Landwirt Theo Kettmann.