Garrel - Der Bahnverkehr soll im Landkreis Cloppenburg reaktiviert werden. Die Kreisverwaltung soll Möglichkeiten für eine Reaktivierung von ehemaligen Bahnstrecken im Landkreis prüfen, hatte der Kreistag auf Antrag der CDU-Fraktion jetzt entschieden. Darunter befindet sich auch dei Strecke Cloppenburg- Friesoythe, die derzeit – neben den Fahrten der Museumseisenbahn – für den Güterumschlag genutzt wird. Sollte diese Strecke tatsächlich reaktiviert werden, könnten auch in Garrel bald wieder Personenzüge halten und abfahren. Wie werden die Pläne in Garrel aufgenommen? Die NWZ hat nachgehört.
|
Was beurteilt der Bürgermeister den Vorstoß |
? |
„Natürlich wäre die Reaktivierung der Bahnstrecke eine Bereicherung im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)“, sagt der Verwaltungschef. Insbesondere den Bürgerinnen und Bürgern in Garrel, die nicht über einen eigenen Pkw verfügen, würde eine Bahnverbindung die Möglichkeit bieten, mobil zu bleiben. Zudem kann eine solche Bahnanbindung als Standortvorteil gesehen werden.
|
Wie sieht es mit den Kosten aus |
? |
Die Reaktivierung werde mit hohen finanziellen Investitionen verbunden sein, ist sich Höffmann sicher. „Ich gehe davon aus, dass Gleisbett und Schienen saniert sowie Bahnsicherungssysteme an diversen Bahnübergängen installiert werden müssen“, zählt der Verwaltungschef auf.
Ferner müssten wieder Bahnhöfe an den Haltepunkte gebaut beziehungsweise weiter ertüchtigt werden, um einen Aufenthalt von Fahrgästen zu ermöglichen. „Obwohl der Bahnhof in Garrel erneuert wurde, wären weitere Investitionen im Bereich Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität erforderlich“, erklärt Höffmann weiter.
|
Wer hat die Kosten dafür zu tragen |
? |
„Die Möglichkeit für eine starke Beteiligung der Gemeinde Garrel an den insgesamt hohen finanziellen Aufwendungen für eine Reaktivierung sehe ich derzeit nicht“, stellt Höffmann klar. Die Gemeinde Garrel plane in den nächsten Jahren große Investitionen in die kommunale Infrastruktur sowie dringend anzugehende Aufgabenbereiche.
|
Wie beurteilt die Friesoyther Eisenbahngesellschaft die Pläne |
? |
„Wir begrüßen die Überlegungen des Landkreises“, so Dirk Vorlauf, Geschäftsführer der Friesoyther Eisenbahngesellschaft (F.E.G), der die Bahnstrecke zwischen Cloppenburg und Friesoythe gehört. Die F.E.G hatte sich vor Jahren beim Land Niedersachsen schon einmal bei einem Landesprogramm um eine Reaktivierung für den Personenverkehr beworben. „Wir sind damals von landesweit 78 Anträgen auf Platz acht gelandet. Leider wurde nur ein Projekt umgesetzt“, blickt Vorlauf zurück.
|
Was müsste getan werden an der Strecke |
? |
Die Strecke biete grundsätzlich alle Voraussetzungen für den Personenverkehr, bekräftigt Vorlauf. Rund ein Drittel der Strecke müsste dafür aber saniert werden. Dafür können jedoch Zuschüsse von 90 Prozent aus Bundesmitteln erwartet werden. Darüber hinaus muss aber eine Vielzahl von Bahnübergängen mit Signalanlagen oder Schranken versehen werden. „In Verbindung mit Kreuzungsvereinbarungen und den bestehenden Zuschussprogrammen ist das auch durchaus realisierbar.“
|
Wie ist die Situation am Küstenkanal |
? |
Bei einer wirtschaftlichen Betrachtung wäre es sicherlich sinnvoll, die Streckenabschnitte nördlich und südlich des Küstenkanals wieder zu verbinden, betont Vorlauf. Diese Erwartung wurde seinerzeit bei der Bewerbung um das Reaktivierungsprogrammes des Landes insbesondere auch von Land in die Diskussion gebracht.
