Garrel - Der Müllhaufen mit vermeintlich asbesthaltigem Schutt auf dem Garreler Verladebahnhof an der Industriestraße ist weg. Die Friesoyther Eisenbahngesellschaft (F.E.G) hatte ihn jüngst „fachgerecht entsorgen lassen“, bestätigte Kreis-Pressesprecherin Sabine Uchtmann auf NWZ-Nachfrage.
Die Entsorgungsfirma habe nochmals selbst Proben gezogen und dadurch den Verdacht bestätigt gefunden, dass es sich bei dem vor rund einem Jahr dort illegal abgeladenen Schutt um asbestbelasteten Müll handelt. Diese Vermutung hatte bereits Anwohner Benjamin Beckmann geäußert. Erst auf sein Betreiben hin war Bewegung in die Sache gekommen.
Laut Kreissprecherin Uchtmann sei der Schutthaufen beseitigt, es würden aber noch herumliegende kleinere Stücke aufgelesen, die zurückgeblieben waren.
Wegen der illegalen Müllentsorgung laufe ein Strafverfahren gegen Unbekannt, sagte Polizeisprecher Dirk Wichmann von der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta auf Nachfrage der NWZ. Die Wahrscheinlichkeit, des Täters habhaft zu werden, ist allerdings eher gering.
Für Benjamin Beckmann ist die Sache damit längst noch nicht erledigt. Denn seiner Einschätzung nach liegen auch auf der Schotterzuwegung zum Umschlagplatz etliche Teile des asbestbelasteten Materials, die Kinder dorthin verteilt hatten. Diese Teile seien nicht entsorgt worden – dabei sei das viel entscheidender als der Müllhaufen auf dem Umschlagplatz. Bei der Trockenheit in den vergangenen Wochen habe es dort noch immer stark gestaubt –eine unzumutbare Belastung für die Anlieger, unter denen sich auch kleine Kinder befänden, schimpft Beckmann.
Polizeisprecher Wichmann versichert indes: „Auf dem Schotterweg ist kein Asbest nachgewiesen worden.“ Eine Aussage, die Anlieger Beckmann nicht nachvollziehen kann. „Dort liegen Stücke von den gleichen Platten, die auch auf dem Bahngelände lagen.“ Fotos von den Stücken habe er auch an die Polizei übergeben. Mitarbeiter der Entsorgungsfirma hätten ihm gegenüber auch ausgesagt, keinen Auftrag für den Bereich des Schotterwegs gehabt zu haben, betont Beckmann im Gespräch.
Wie berichtet, hatte der Anlieger eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen die F.E.G sowie deren Geschäftsführer Dirk Vorlauf gestellt. Monatelang war auf dem Gelände und der Zufahrt nichts passiert, obwohl Beckmann, der an der Straße eine Firma betreibt, seinen Verdacht, dass es sich um asbestverseuchte Stücke handeln könnte, an die Behörden weitergegeben hatte. Auch nachdem die Testergebnisse feststanden, seien Anwohner nicht informiert worden. „Es fühlt sich noch immer keiner in der Pflicht, die Anwohner zu schützen.“
Die Polizei ermittelt in der Sache auf Betreiben der Staatsanwaltschaft. Beckmann ist als Zeuge vorgeladen worden.
