Garrel - Die Verbindung Im Fange/Im Zuckergrund/Falkenberger Straße wird zur Ortsentlastungsstraße ausgebaut. Die Hoffnung ist, über diese Strecke Autos aus dem Ortskern herauszuholen. Allerdings befindet sich im Bereich der Kreuzung Im Fange/Immenstraße die Kindertagesstätte St. Johannes und die Straße wird auch von zahlreichen Kindern auf ihrem Weg zur Schule oder zur Bushaltestelle genutzt.
Auf Antrag der SPD-Fraktion hat sich der Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltausschuss nun für die Errichtung einer Fußgängerampel dort ausgesprochen. Eine Dunkelampel war bereits während der Umleitung im vergangenen Jahr, die die Bauarbeiten auf der B 72 notwendig machten, aufgestellt worden. In diesem Zuge hatte die Gemeinde auch Verkehrszählungen durchgeführt: Vor der Umleitung wurden rund 2200 Fahrzeuge am Tag gezählt, während der Umleitung rund 2500 Fahrzeuge.
Zudem hatte die Gemeinde den Querungsverkehr über die Straße Im Fange gezählt, während die Ampel errichtet war: 113 Radfahrer und Fußgänger waren an einem Tag zwischen 6.30 Uhr 8 Uhr gezählt worden, davon hatten 50 die Ampel genutzt, 63 nicht. Im Mittel sei die Ampel rund 40 Mal am Tag betätigt worden, an Spitzentagen rund 60 Mal. Gerade im morgendlichen Berufsverkehr sei die Ampel von vielen Verkehrsteilnehmern genutzt worden.
Eine weitere Zählung brachte zutage, dass für Radfahrer und Fußgänger die Querung in Höhe der Kita (auch im Vergleich zur Böseler Straße) der wichtigste Überweg über die Straße Im Fange für Schüler im dahinterliegenden Siedlungsgebiet sei, so die Verwaltung.
Das Straßenverkehrsamt des Landkreises Cloppenburg hatte aber bereits bei der Einrichtung der Baustellenampel darauf hingewiesen, dass bei der Schulwegsicherung mindestens 30 Schüler pro Stunde die Fahrbahn überqueren müssten. Ferner wird bei 450 bis 600 Autos pro Stunde eine Fußgängerampel empfohlen, wenn die Höchstgeschwindigkeit nicht hinreichend beachtet wird. Unter 450 Kfz pro Stunde dürften keine Fußgängerampeln angeordnet werden – über den Tag gerechnet wären das mehr als 10 000 Fahrzeugbewegungen.
Obwohl die Zahlen also die offizielle Anordnung seitens der Verkehrskommission derzeit nicht zulassen, schlug die Verwaltung vor, einen Antrag bei der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Cloppenburg zu stellen. Bauamtsleiter Bley: „Die Ampel stellt die Möglichkeit dar, besonders für die ganz jungen und die älteren Verkehrsteilnehmer, die Fahrbahn sicher überqueren zu können.“
Rund 20 000 Euro kostet der Aufbau der Ampeln. Die Mittel müssten im Haushaltsplan 2020 vorgesehen werden.
