GARREL - „Wie wir in Zukunft leben“ lautete der Titel eines Vortags, den Prof. Dr. Jutta Rump am Montag- beziehungsweise Dienstagabend vor insgesamt rund 110 Firmenkunden der Raiffeisenbank Garrel und der Volksbank Cloppenburg gehalten hat. Rump machte deutlich, dass sich die Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten stark verändern wird und Anpassungen im Arbeits- und Freizeitbereich die logische Konsequenz und unausweichlich sein werden.
In Garrel hatte Raiba-Vorstand Franz-Josef Behrens die Gäste im Bankgebäude begrüßt. Es sei die erste gemeinsame Veranstaltung der Raiba mit der Volksbank Cloppenburg, seitdem man mit der Kooperation begonnen habe (dieNWZ
berichtete).Rump attestierte den Unternehmen im Kreis Cloppenburg eine hervorragende Entwicklung und wies auf die besondere Lage in dieser Region hin. Der demografische Wandel sei hier noch nicht eingetreten, aber er komme mit Sicherheit. Der Fachkräftemangel sei bereits spürbar und der Kampf der Kommunen, die die Menschen in ihrer jeweiligen Region halten wollen, habe bereits begonnen. Dabei gehe es zum Beispiel auch um den Aufbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Die Menschen gingen da hin, wo es Arbeit gebe, erläuterte Rump, die unter anderem Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Fachhochschule Ludwigshafen lehrt.
Um den Wandel gestalten und arbeitsfähig bleiben zu können, sei lebenslanges Lernen ebenso wichtig, wie die Fähigkeit, die verschiedenen Generationen im Betrieb integrieren zu können. Die Jungen gingen mit einer anderen Grundeinstellung an die Arbeit heran. Untersuchungen hätten ergeben, dass die junge Generation eine außerordentliche Leistungsbereitschaft habe, an ihre Arbeit aber Bedingungen knüpfe. Zum Beispiel müsse die Tätigkeit interessant sein. Unternehmer seien hier gefordert, die Mitarbeiter alternsgerecht zu fördern: „Ältere Beschäftigte arbeiten und lernen nicht besser oder schlechter als Jüngere. Sie arbeiten und lernen jedoch anders“, so Rump.
Für grundlegende Veränderungen sorge auch die neue Rolle der Frauen. Sie seien überall auf dem Vormarsch. Das habe auch wirtschaftliche Gründe: Ganz normale Familien könnten sich den Lebensstandard ohne den Verdienst der Frauen gar nicht leisten.
Auch der Tourismus werde sich ändern, sagt Rump. Kombinationen verschiedener Aktivitäten und Beschäftigungen wie Kultur, Erholung, Bildung, Unterhaltung, Wellness oder Sport werden die nächsten Jahrzehnte bestimmen. „Auch im Privatleben soll das Maximale herausgeholt werden.“
Die Frage, warum sich die Menschen auf die neuen Trends einstellen und sich das alles antun sollen, beantwortet Rump auch: „Können wir es uns leisten, es nicht zu tun?
