Oldenburg - Der Bau eines Anlandeterminals für Flüssiggas (LNG) in Wilhelmshaven ist nach Einschätzung des Oldenburger Versorgers EWE wenig sinnvoll – selbst vor dem Hintergrund der Spannungen um das Erdgas-Transitland Ukraine. „Dies wäre eine der teuersten Varianten“, sagte EWE-Chef Werner Brinker zu Überlegungen für ein LNG-Terminal an der Jade. Dafür bestehe „keine Notwendigkeit“, zumal das Terminal in Rotterdam nicht ausgelastet sei und in Swinemüde (Polen) ein neues entstehe.

Besser als in Wilhelmshaven neu zu bauen sei es, Gas aus Norwegen, das per Pipeline komme, für mögliche Engpasszeiten in Kavernen zu speichern, sagte Brinker. Mit Norwegen habe Deutschland vor Jahrzehnten längst einen weiteren verlässlichen Lieferanten bekommen.

Um 1973 war auch EWE (neben Partnern wie Thyssengas) an Überlegungen beteiligt gewesen, die Gasversorgung über die Lieferanten Niederlande und Russland hinaus auch mittels LNG zu diversifizieren. Dabei seien vor allem Norwegen und Algerien als Bezugsregionen für die Gasfrachter angedacht gewesen, erläuterte Brinker, der damals selbst als EWE-Ingenieur beteiligt war. Später entstanden aber Pipelineverbindungen mit Norwegen und ein Leitungsnetz in ganz Europa.

EWE legte am Mittwoch in Oldenburg ihre Bilanz vor. Für 2014 werden weiterhin starker Wettbewerbsdruck und ein etwas geringeres operatives Ergebnis erwartet. Für 2013 erhalten die Eigentümer – Gebietskörperschaften im Nordwesten und EnBW – die übliche Dividende von insgesamt 88 Millionen Euro.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)