Oldenburg - Digitalisierung ist nur etwas für Industriekonzerne und Global Player? Wer das immer noch glaubt, wurde jetzt beim Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE) in Oldenburg eines Besseren belehrt. Hier gab es am Dienstag den offiziellen Startschuss für das „Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, Schaufenster Nord“. Am BFE ist damit eines von bundesweit vier vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Zentren angesiedelt, die Handwerksbetrieben dabei helfen sollen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Geschäftsfelder im Bereich der Digitalisierung zu erschließen.
„Digitalisierung ist ein „Megatrend“, sagte Daniela Behrens, Staatssekretärin im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, auch und gerade für den Mittelstand. Sie hob vor allem die Chancen hervor, die das Thema biete. „Digitalisierung an sich ist kein Risiko, ein Risiko ist das Nicht-Beschäftigen mit Digitalisierung“, betonte sie. „Wer nicht mitwirkt, wird abgehängt“, warnte sie.
„Das übergeordnete Ziel ist, das Thema Digitalisierung in die Köpfe der Handwerker hineinzubekommen“, sagte BFE-Direktor Thorsten Janßen. Beim BFE in Oldenburg sei das Handlungsfeld Informations- und Kommunikationstechnologien angesiedelt. Die Arbeiten an dem Projekt laufen bereits seit 1. März.
Lothar Hellmann, Präsident des Elektro-Branchenverbands ZVEH, zeigte in einem leidenschaftlichen Beitrag auf, wie sich die Märkte veränderten und dass das Handwerk Strategien entwickeln müsse, bei den Kunden weiter erster Ansprechpartner zu sein. Unerlässlich, da war er sich mit Eckhard Stein, Vizepräsident der Handwerkskammer Oldenburg, und der Oldenburger Stadtbaurätin Gabriele Nießen einig, sei schnelles Internet – auch in der Fläche.
Wie Rainer Holtz, Bereichsleiter Entwicklung und Technologietransfer am BFE, erläuterte, zählten zu den Schwerpunkten, an denen im Zuge des Projekts in Oldenburg gearbeitet werde, u.a. die Themen „intelligentes und sicheres Gebäude/Energie-Effizienz“, IT-Sicherheitsprozesse in Unternehmen, Datenspeicherung, Datensicherheit und Datenschutz, sowie „eStandards“, also etwa elektronische Rechnungen. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, möglichst viele Betriebe zu erreichen“, sagte Holtz. Geplant seien dafür u.a. ein Demonstrationsraum, die Zusammenarbeit mit Themenpartnern, Qualifizierungsmaßnahmen, Infoveranstaltungen, Workshops und eine Mediathek.
