Von Hergen Schelling
Frage:
Brauer und Wirte feiern morgen den Tag des deutschen Bieres – feiern Sie mit?Thiemann:
Von besonderen Veranstaltungen in dieser Region ist mir nichts bekannt. Aber wir können unseren Gästen natürlich immer ein gepflegtes, frisch gezapftes Bier anbieten.Frage:
Mit dem Gedenktag wird an den Erlass des Reinheitsgebotes durch den Herzog von Bayern am 23. April 1490 erinnert – ist das Gebot noch von Bedeutung?Thiemann:
Auf jeden Fall, das ist ganz wichtig. Es gibt ja schon so viele genmanipulierte Nahrungsmittel – da bin ich froh, dass wir beim Bier noch wissen, was drin ist. Und der Gast in Deutschland ist sensibel, der will das auch wissen.Frage:
Was erwartet der Gast denn sonst noch vom deutschen Bier?Thiemann:
Ich sage immer: Der Gast trinkt mit den Augen. Da kommt es vor allem auf die Hygiene an, aber auch zum Beispiel auf das richtige Glas. Der Kunde möchte ein trinkfreudiges Glas.Frage:
Und was ist mit der Flasche?Thiemann:
Da hat sich der Markt stark verändert. Viele Supermärkte bieten inzwischen günstige Biere an – aus der Flasche getrunken wird aber zu Hause. Dann gibt es die neuen Mix-Getränke, Lemon-Biere und so weiter. Auch der Anteil der Partyfässer mit Anlage zum Selberzapfen hat stark zugenommen. Und dann kommt noch die 0,5-Promille-Grenze dazu – das merken wir Wirte schon. Der Fassbier-Verbrauch geht spürbar zurück.Frage: Liegt das womöglich auch an den Preisen?Thiemann:
Die sind etwas angezogen, keine Frage, wie in vielen anderen Bereichen auch. Aber der Gast ist bereit, für gute Qualität auch entsprechend zu zahlen.Der 23. April ist der „Tag des deutschen Bieres“. Dazu ein Gespräch mit Gastwirt Walter Thiemann, Vorsitzender des Dehoga-Ortsverbandes Ganderkesee-Hude.
