Großenmeer - Die Entscheidung hat Helmut Debels am 18. April getroffen. Der Wirt von Scheeljes Gasthof in Großenmeer, Meerkircher Straße 21, hatte zu einem Krimi-Dinner geladen, aber nur 37 Gäste kamen. „Ich musste mal wieder ordentlich draufzahlen – trotz aller Bemühungen. Jetzt habe ich die Notbremse gezogen. Der Gasthof ist mit sofortiger Wirkung geschlossen“, sagt der 53-Jährige am Dienstag im Gespräch mit der NWZ .

Rückblick: Scheeljes Gasthof in Großenmeer gibt es seit 1868. Mit der Ausrichtung von Hochzeits- und Familienfeiern macht sich das Haus, schnell einen guten Namen. Erste Eigentümer sind Georg und Antoinette Scheelje. Über mehrere Generationen wird das Traditionshaus weiterbetrieben, ehe Helmut Debels das Haus im Jahr 2009 von Ute Büthe übernimmt.

Der gelernte Küchenmeister und Diätkoch setzt gezielt auf Gesellschaften, muss aber im Laufe der Jahre feststellen, dass sich alle Bemühungen im Endeffekt nicht lohnen. Das geänderte Essverhalten, das fehlende Tagesgeschäft und die Kostenexplosion im gastronomischen Sektor bereiten ihm immer wieder Kopfzerbrechen.

Zugleich bemängelt er aber auch die fehlende Unterstützung der hiesigen Vereine. „Die machen beim Fußballgolf oder beim Osterfeuer ihre eigenen Geschäfte. Das ist Gift für einen Gasthof. Und auch die Fußballer sind hier noch nie eingekehrt“, klagt Debels. Die Doppelkegelbahn sei nicht mehr ausgelastet, da die Zahl der Kegelvereine stark abgenommen habe.

„Die Leute haben einfach nicht mehr das Geld, um ordentlich zu feiern. Früher wurden Hochzeiten mit mehr als 150 Gästen gefeiert. Heute wird eher der kleinere Rahmen gewählt.


Nach seinem Schlussstrich in Großenmeer will Debels weiter in der Gastronomie arbeiten. Aber nicht als Selbstständiger. Er geht davon aus, dass das Traditionshaus schon bald zwangsversteigert wird. Zuvor findet am Sonnabend, 9. Mai, von 10 bis 17 Uhr in Scheeljes Gasthof die Gaststätten-Auflösung statt.

Hans-Carl Bokelmann
Hans-Carl Bokelmann Redaktion Brake, Redaktion Jade, Redaktion Ovelgönne