Wo ich bin, da bin ich ganz“, sagte der einstige DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, als ihn die Veranstalter nach seinem Zeitbudget fragten. Der 70-jährige Theologe, der sich selbst als „Reisender in Sachen Demokratie“ versteht, war gut eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung in der Alexanderkirche Wildeshausen angekommen. Im Jugendhaus der Ev.-luth. Gemeinde stärkte er sich: Ursula Klawonn hatte belegte Brötchen bereitgestellt. Den Tee genoss er. „Da fühlt man sich gleich wie zu Hause“, so der Mecklenburger, der am Mittag noch Hauptredner zur Deutschen Einheit im Berliner Abgeordnetenhaus war.
In der Alexanderkirche wurde Gauck mit großem Applaus empfangen. Sein Blick galt aber nicht nur dem Publikum, sondern auch der zum Erntedankfest festlich geschmückten Kirche. „Was habt Ihr hier für große Bananen?“, scherzte der Redner über die gelben Zucchini. Als eine Blume aus der Vase gefallen war, steckte Gauck sie wieder an ihren Platz. Zum Abschluss der 80-minütigen Rede sang Gauck mit den 500 Besuchern die Nationalhymne. Geduldig signierte er Bücher und beantwortete Fragen. „Am liebsten würde ich in Wildeshausen eine Lesung machen“, freute sich der Autor über die Resonanz. Als die Kirche dann leer war, ließ sich Gauck von Pastor Matthias Selke noch in aller Ruhe den Jugendstil in der Kirche und die Skulpturen-Ausstellung erläutern. Die Rückreise trat er mit einem Proviant-Päckchen der Klawonns an.
Zu einer gemütlichen Männerrunde treffen sich jeden Donnerstag neun Herren im Alter zwischen 47 und 98 Jahren aus dem Alexanderstift Wildeshausen. Bei Kaffee, Bier oder Wein plaudert Margrit Iverssen vom begleitenden Dienst dabei über alles, wonach den Männern gerade der Sinn steht. Dabei kann es sich sowohl um die Politik als auch um PC-Kurse drehen. Außerdem wird in jedem der eineinhalbstündigen Treffen ein vorher ausgewähltes Gedicht vorgelesen. Seit Mitte August existiert die Männerrunde. „Die Männer sind hier im Heim etwas in der Unterzahl. Das wollen wir ein wenig ausgleichen“, lacht Margrit Iverssen.
Wirtschaft hautnah erleben, hieß das Motto in der vergangenen Woche am Gymnasium Wildeshausen. Aus erster Hand konnten 124 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 erfahren, wie eine erfolgreiche Bewerbung aussehen sollte und wie man sich als Jugendlicher gezielt für eine Weiterbeschäftigung im Betrieb empfehlen kann. „Die Rückmeldung der Persönlichkeiten aus der Wirtschaft war klar und eindeutig“, freute sich Lehrer Johann Strudthoff, der einmal jährlich das Bewerbungstraining mit heimischen Kreditinstituten organisiert. In jeweils vier Stunden pro Gruppe erklärten diesmal Anja Marowsky und Corinna Möser von der Volksbank Wildeshauser Geest sowie Ann-Cristin Ahlers mit den Auszubildenden Alexander Jopp und Patrick Sielhan von der OLB, wie man Akzente setzt, um sich aus der Masse der Bewerber hervorzuheben. Körperhaltung und Artikulation im Bewerbungsgespräch seien das A und O. „Ein junger Mann bot mir gleich das Du an“, so Marowsky. „Das geht natürlich nicht.“ Referenten aus der Bankwirtschaft seien demnächst auch im Politik-Unterricht zu Gast, kündigte Strudthoff an.
Finanzen planen und optimieren, dafür stehen die drei Buchstaben FPO, der Honorarberatung in Wildeshausen, die Ingrid Otten und Christoph Schließke anlagewilligen Kunden seit zwei Jahren anbietet. Im Rahmen eines Informationsabends auf Gut Altona wurde nicht nur die Honorarberatung vorgestellt, sondern auch der Frage „Der Euro in der Krise?“ nachgegangen. Als Referenten waren André Spee, Vorstand der Goncalvest + Spee Asset Management AG, und Thomas Knigge, Experte der Franklin Templeton Investment Gesellschaft, zu Gast. Schließke und Otten wiesen auf die volle Kostentransparenz hin. „Auch Verbraucherschützer empfehlen inzwischen die Honorarberatung“, sagte Schließke. Spee zeigte auf, wie ein entsprechendes Haftungsdach für ein Unternehmen wie die FPO aussieht. Finanzexperte Knigge gab einen Ausblick auf kommende Zeiten. Angesichts schwächelnder Euro- Länder wachse das Schuldenproblem und drücke auf die hiesige Währung. Er riet deshalb, gegebenenfalls auch auf Anlagen aus den Schwellenländern zu setzen.
