Ganderkesee/Stenum - „Der hier bei Frau Garbade“ – So soll sich der Ehemann von Dora Garbade regelmäßig am Telefon gemeldet haben. „Das sagt viel über meine Großmutter aus“, erzählte Dr. Bernhard Skupin, der Enkel Dora Garbades. Sehr zur Freude der fast 300 Landfrauen aus dem gesamten Weser-Ems-Gebiet. Sie kamen am Freitag zur Auftaktveranstaltung des „Frauen-Ortes“ Dora Garbade Ganderkesee ins Stenumer Hotel Backenköhler. Die Namensgeberin des „Frauen-Ortes“ wäre an diesem Tag übrigens 120 Jahre alt geworden.

Agnes Witschen, Vorsitzende des Landfrauenvereins Weser-Ems und somit eine der Nachfolgerinnen von Dora Garbade, eröffnete die Veranstaltung und bedankte sich bei allen Kooperationspartnern für die Organisation.

Die Ganderkeseerin Dora Garbade (1893-1981) war Gründerin des Landfrauenverbandes Weser-Ems sowie Mitbegründerin des Evangelischen Dorfhelferinnenwerkes. An ihrem einstigen Wohnsitz auf Gut Nutzhorn soll das Wirken Garbades gewürdigt werden. Insgesamt gibt es 18 „Frauen-Orte“ in Niedersachsen (die NWZ  berichtete).

„Sie hat sich um die Belange der Frauen auf dem Land gekümmert, sie hat sich um die Weiterbildung und den Austausch mit anderen Frauen gekümmert“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. Es sei daher mehr als gerecht, dass Dora Garbade für ihre Tätigkeit geehrt werde. „Ihr Wirken soll Vorbild und Ansporn für alle sein“, erklärte die Bürgermeisterin.

Landrat Frank Eger würdigte Garbade als „faszinierende Persönlichkeit“. Im Anschluss in Stenum an die Veranstaltung wurde auf Gut Nutzhorn eine Gedenktafel enthüllt.


Dr. Bernhard Skupin (Nordenham) gab anschließend einige lustige Anekdoten aus seinen Erinnerungen preis und sorgte so für Schmunzeln im Publikum. Skupin war es auch, der gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf, den Dora-Garbade-Preis ins Leben gerufen hat. Er soll nun jedes Jahr an eine Landfrau aus Weser-Ems, die sich als mutig, tatkräftig und weitsichtig erwiesen hat, vergeben werden. Am Freitag wurde der mit 500 Euro dotierte Preis zum ersten Mal verliehen. Die Jury entschied sich für Charlotte Ruschulte aus Ohne (Landkreis Grafschaft Bentheim).

In seiner Laudatio führte Skuplin an, dass sich Ruschulte schon früh mit den Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum auseinandergesetzt habe und sich für Strategien einsetze, die die Folgen des Wandels abmildern. „Als ich die Beschreibung für diesen Vorschlag gelesen haben, hatte ich meine Großmutter vor Augen“, lobte Skupin das Engagement der Preisträgerin.