Steinkimmen - Wenn Ralf Osterloh einen seiner Mähdrescher vorfährt, erkennt der Laie die Maschine nicht sofort – der typische Vorsatz fehlt. „Den Erntevorsatz ziehen wir auf einem Anhänger bis zum Einsatzort und hängen ihn dort ein“, erklärt der Inhaber des Steinkimmer Lohnunternehmens Klaus Osterloh. Anschließend sei der Mähdrescher fertig, um Raps, Wintergerste, Roggen, Weizen, Triticale oder mit einem speziellen Vorsatz auch Mais zu ernten.

Vom Schnitt der Pflanze bis zur Trennung von Stroh und Korn geschehe alles in einem Arbeitsgang im Inneren der hohen Maschine. Der Erntevorsatz bestehe aus drei wesentlichen Teilen. „Die Haspel treibt das Korn auf den unten sitzenden Messerbalken, die Einzugschnecke treibt alles in die Mitte zum Schrägförderer“, beschreibt Ralf Osterloh den ersten Arbeitsschritt.

Im Alter von 16 Jahren hat er angefangen, Mähdrescher zu fahren. „Das lernt man erst richtig durch Erfahrung“, weiß der Landwirt. Durch Steine auf dem Feld könne die Messerreihe brechen oder die Maschine könne sich festfahren – das alles müsse man beachten. Ein gebrochenes Messer erfordert den Austausch der gesamten Reihe für 300 Euro.

Sind sie erstmal im Inneren der mächtigen Maschine, presst eine Trommel die Körner durch ein Sieb – Schlagtrommel nennt sich diese Apparatur. „Dort können nur die Körner durch. Danach fallen die erst durch ein Sieb und dann durch ein weiteres zur Endreinigung.“ Dabei helfe auch ein Gebläse.

Währenddessen wird das Stroh über sogenannte Hordenschüttler geführt und durch starke Vibrationen um die letzten Körner erleichtert, bis es einfach hinten aus der Maschine fällt. „Ich kann auch steuern, wie es rausfällt, damit es sich richtig auf dem Boden verteilt“, beschreibt der Lohnunternehmer.

Das Korn werde gereinigt über eine Art Lift in den Korntank befördert, der sich direkt hinter der Fahrerkabine befindet und durch ein Sichtfenster einsehbar ist. „Ich kann auch von der Kabine aus hinein greifen und gleich eine Probe nehmen“, erklärt der 42-Jährige. 9600 Liter fasse der Tank. Mit einem Joystick steuert der Fahrer den Ernteaufsatz vor sich. Das Fahrzeug selbst und alle weiteren Maschinen werden über ein Lenkrad, Pedale und einen Computer gesteuert. Auch ein Autoradio gibt es in der besonders gegen Staub abgedichteten Kabine. „Die Maschine kann nur Standgas oder Vollgas“, sagt Ralf Osterloh.


Wenn besonders schnell geerntet werden muss, fährt Osterloh das Abtankrohr aus und entlädt das Korn in einen parallel zum Mähdrescher fahrenden Anhänger eines Traktors. Sonst sei nach sechs Tonnen Korn Schluss. 25 Hektar schaffe man pro Tag oder Nacht, je nachdem wie Zeit und Wetter es zulassen.

Das Lohnunternehmen Osterloh betreibt fünf dieser Maschinen.