Friesoythe/Bösel - Idyllisch liegt er da, der Friesoyther Spielteich. Eine geschlossene Schneeschicht bedeckt das zugefrorene Gewässer, Spuren von Kaninchen und Vögeln sind erkennbar. Aber auch deutliche Fußspuren von Menschen, die erst aufs Ufer zuführen und dann schließlich auf den Teich hinaus – ein gefährliches Unterfangen. Die Eisschicht ist nur acht Zentimeter dick und trägt damit noch lange keine Spaziergänger oder Schlittschuhläufer.
Werner Hentschel ist am Donnerstagnachmittag am Spielteich unterwegs. Er passt auf: „Sie können hier auf keinen Fall aufs Eis“, spricht er das NWZ -Team an, das vor Ort ein symbolisches Foto am Schild „Betreten der Eisfläche verboten“ schießen will. Wir klären das Missverständnis auf. Und Werner Hentschel, Mitglied im Vorstand des Schiffsmodellbauclubs Frie-soythe, erzählt davon, dass überall am Teich Fußspuren darauf hindeuten, dass die Eisfläche bereits vielfach betreten worden ist. Er macht sich Sorgen: „Das Eis trägt noch nicht.“
Das bestätigt auch Stadtbrandmeister Ludger Lammers: „Ich habe nachgemessen. Das Eis ist acht Zentimeter dick und wird durch den vielen Schnee gut isoliert. Das Eis wird deshalb im Moment nicht dicker.“ Der Schnee an sich wiege auch schon schwer und laste auf dem dünnen Eis. Lammers warnt deshalb ausdrücklich vor dem Betreten der Eisflächen – erst ab einer Eisdicke von 15 Zentimetern könne man von einer tragfähigen Fläche sprechen. „Kinder sehen die Gefahr einfach nicht, man kann da nur an die Eltern appellieren, von den Gewässern fernzubleiben“, so Lammers weiter. Ihm werde „Angst und Bange“ wenn er über die vielen Spuren auf dem Eis nachdenke: „Wenn jemand alleine da reinfällt, kommt jede Hilfe zu spät.“
Auch am Böseler Dorfteich steht ein Schild, das das Betreten der Eisfläche verbietet. Ein Verbot, das reihenweise ignoriert wird. Tiefe Fußspuren zeichnen sich auf dem gesamten Teich im Dorfpark ab. „Wenn wir einen Hinweis bekommen, fahren wir da sofort hin“, sagt Johannes Millhahn von der Böseler Polizei. Eine Freigabe des Gewässers zum Eislaufen erfolge auf keinen Fall, erklärt Martin Brinkmann von der Gemeinde Bösel – allein schon wegen der Fische im Teich nicht.
Dabei gäbe es doch in Friesoythe eine Möglichkeit zum Eislaufen, ohne sich der Gefahr auszusetzen, durchs Eis zu brechen: Die Mitarbeiter vom Bauhof der Stadt haben auf dem Schützenplatz an der Thüler Straße eine 600 Quadratmeter große Eisbahn angelegt. Nur ist die leider eingeschneit. Mit schwerem Räumgerät können die städtischen Mitarbeiter die Fläche nicht vom Schnee räumen – das Eis würde zerstört werden. Deshalb lädt Ludger Bickschlag von der Stadt jetzt Freiwillige ein, zu Schneeschippen und Besen zu greifen und die Bahn von ihrer weißen Last zu befreien – dann ist die Bahn frei für ungetrübtes Eislaufvergnügen. Zwar ist die Nutzung auf eigene Gefahr, aber einbrechen kann dort niemand.
