Hude - Das Bremer Planungsbüro Polyplan hat die im Sozialausschuss laut gewordene Kritik an einer Kostenschätzung für den vierten Bauabschnitt bei der Sanierung des Huder Hallenbades zurückgewiesen. „Wir hatten für diesen Abschnitt überhaupt keinen Planungsauftrag“, betonte Projektingenieur Sebastian Flohre.

Nach den erfolgreich verlaufenen ersten drei Sanierungsabschnitten, die unter der Regie von Polyplan im Kostenrahmen bzw. sogar günstiger umgesetzt werden konnten, habe ein Kollege, der mittlerweile das Büro verlassen hat, auf Initiative der Gemeindeverwaltung aus gutem Willen eine Kostenschätzung für die im vierten Abschnitt geplanten Arbeiten abgegeben. „Das hätten wir besser nicht machen sollen“, weiß Flohre nun. Die Kritik von CDU-Fraktionschef Horst Linnemann, der sich darüber echauffiert hatte, wie mit dem Geld der Gemeinde umgegangen werde, kontert Flohre: „Wir haben dafür überhaupt kein Geld bekommen.“

Dass die damals ermittelte Summe Grundlage der Haushaltsplanung geworden ist, sei ihm unverständlich, so der Ingenieur.

Wie berichtet, reichen die von der Gemeinde für 2013 vorgesehenen Haushaltsmittel in Höhe von rund 200 000 Euro nur für eine Sanierung des Daches über den Umkleiden und der Cafeteria aus. Weitere ursprünglich geplante Maßnahmen – zum Beispiel eine Deckensanierung und die Schaffung eines Mitarbeiterraumes – müssen außen vor bleiben. Flohre weist darauf hin, dass das Aufmaß für den Raum zum Zeitpunkt der Kostenschätzung gar nicht bekannt gewesen sei. „Um eine seriöse Planung und Kostenberechnung zu erstellen, haben wir selber der Gemeinde empfohlen, einen Hochbau-Architekten zu beauftragen“, berichtet der Polyplan-Mitarbeiter.

Flohre bedauert, dass die Sanierung des 1972 erbauten Hallenbades durch die Kritik in ein schiefes Licht gerückt wird. „Dabei handelt es sich um ein sehr erfolgreiches Projekt – mit vergleichsweise geringen Mitteln konnte eine Menge erreicht werden.“ Bislang sind mit rund 850 000 Euro die Hallenbad-Fassade, das Dach oberhalb des Schwimmerbeckens, das Heizungs- und Lüftungssystem sowie die Wasseraufbereitung saniert worden.