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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Gefeuertem Mitarbeiter bleibt nur Abfindung

29.09.2016

Hannover /Oldenburg Der jahrelange Rechtsstreit um die Entlassung eines führenden Mitarbeiters beim Oldenburger Energieversorger EWE scheint beendet. Das Landesarbeitsgericht in Hannover bestätigte am Mittwoch ein Urteil des Arbeitsgerichts Oldenburg, in dem der Kündigungstermin auf Ende 2013 festgelegt wurde und wies damit gleichzeitig den Antrag des ehemaligen Mitarbeiters auf Wiedereinstellung zurück. Das Gericht verdoppelte die Abfindung auf 90.000 Euro, ließ aber keine Revision zu.

„Wir begrüßen das Urteil. Für uns ist der Fall damit abgeschlossen“, sagte EWE-Sprecher Mathias Radowski der NWZ. Jürgen Maly, Anwalt des Ex-Mitarbeiters, wollte keinen Kommentar zum Urteil abgeben.

Während der kurzen Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht zeigten sich beide Streitparteien unversöhnlich. EWE bot dem bereits 2012 gefeuerten Mitarbeiter von EWE Netz eine Abfindung von 240.000 Euro an, erneuerte aber Vorwürfe gegen den Mann. Der wiederum pochte vehement auf eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses und kritisierte gleichzeitig das Unternehmen für den Umgang mit ihm.

Richter Günther Kreß brachte nach dem EWE-Angebot mehrfach einen Vergleich ins Spiel. Zunächst deutete Kreß an, dass das Gericht auch bei günstigster Bewertung für den Ex-Mitarbeiter zu keiner viel höhren Abfindung kommen würde. Später erklärte der Richter, dass man alles mit Geld regeln könne. „Wie wäre es mit mehr Geld?“, fragte Kreß die Klägerseite.

Doch es half weder der Wink mit dem berühmten Zaunpfahl noch mit dem ganzen Zaun. Der Ex-Mitarbeiter beharrte auf eine Wiedereinstellung. „Für mich ist das eine Existenzfrage.“ Anwalt Maly schlug Anfang 2017 vor.

Das lehnte wiederum das Unternehmen ab. „Es ist so viel passiert, dass wir uns das einfach nicht vorstellen können“, sagte EWE-Anwalt Jürgen Kroneberg. „Das Tischtuch ist zerschnitten.“

Verhandelt wurden vor dem Landesarbeitsgericht fünf Kündigungen gegen den Ex-Mitarbeiter, nachdem EWE beim ersten Versuch vor dem Bundesarbeitsgericht gescheitert war. Das Unternehmen begründete die Kündigungen unter anderem mit dem angeblich schlechten Umgang des Mannes mit seinen Mitarbeitern und angeblich abfälligen Äußerungen gegen die Geschäftsführung.

Anwalt Maly wies darauf hin, dass der wegen Bespitzelungsvorwürfen zurückgetretene EWE-Vorstand Nikolaus Behr eine zwielichtige Rolle bei der Kündigung seines Mandanten gespielt habe. Richter Kreß wollte diesen Teil aber nicht weiter erörtern.

Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008

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