Barßel/Cloppenburg - Das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hat am Mittwochabend den Verdacht auf Geflügelpest in einem Mastputenbetrieb in Barßel-Lohe bestätigt, teilte das Agrarministerium am Mittwochabend mit. Dabei handele es sich um die hoch ansteckende Variante der Geflügelpest H5N8.

Zunächst habe der betroffene Geflügelwirt das Veterinäramt am Dienstag sehr schnell verständigt, sagte Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Veterinäramtsleiter des Kreises, auf einer Pressekonferenz im Kreishaus in Cloppenburg. In der Nacht zu Mittwoch habe das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg entsprechende Proben genommen und zunächst bestätigt, dass es sich um den Erreger vom Typ H5 handelt. Das FLI konkretisierte den Verdacht dann auf die hoch ansteckende Variante H5N8.

Am Mittwoch begann zunächst als Vorsichtsmaßnahme die Tötung der rund 16 000 Putenhähne. Erste Tiere seien bereits am Dienstag verstorben, sagte Paschertz. Die Todesfälle hätten dann am Mittwoch zugenommen.

Nun soll an diesem Donnerstag ein Sperrbezirk von mindestens drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet von zehn Kilometern festgelegt werden, teilt Landkreissprecher Frank Beumker mit. Eine eventuell weitere Tötung von rund 92 000 Tieren im Radius von 1000 Metern um den Betrieb herum, werde ebenfalls heute überprüft.

Zunächst hat der Landkreis nun im Zeitraum von 72 Stunden – von Mittwoch, 23. November, 18 Uhr, bis Samstag, 26. November, 18 Uhr – für das gesamte Gebiet der Gemeinde Barßel angeordnet, dass gehaltene Vögel weder in einen Bestand noch aus einem Bestand verbracht werden dürfen. Dies wird als sogenannter „Stand-Still“ bezeichnet.


Es gebe zudem derzeit noch keine Kontaktbetriebe, die unter Beobachtung stehen, sagte der Veterinäramtsleiter am Mittwoch bei der Pressekonferenz. Die Polizei hat die Zufahrtsstraßen zum Geflügelhof abgesperrt. Seit vergangener Woche gilt eine Stallpflicht im Landkreis.

Wimberg hofft, dass es wieder gelinge, eine Verbreitung der Geflügelpest auf andere Betriebe zu vermeiden. Dabei sei der Spagat zwischen der Informierung der Öffentlichkeit und der Seuchenbekämpfung schwierig. Denn im Vordergrund müsse stets die Bekämpfung eines möglichen Krisengeschehens stehen.

Vor zwei Jahren habe es eine ähnliche Situation im Landkreis gegeben, sagte Wimberg. Nach NWZ-Informationen handelt es sich um denselben Betrieb.  Dazu wollte der Landkreis bei der Pressekonferenz allerdings keine Angaben machen.

Häufig sei eine Einschleppung des Virus durch Wildvögel die Ursache für die Geflügelpest, sagte Paschertz. Es gebe derzeit keinen Hinweis dafür, dass Biosicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten worden sind.

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