Visbek - Deutschlands größter Geflügelvermarkter, die PHW-Gruppe (Marke „Wiesenhof“), hat im vergangenen Jahr von einer gestiegenen Nachfrage profitiert und seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Wie das Unternehmen aus Visbek-Rechterfeld (Kreis Vechta) am Mittwoch mitteilte, stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 (Stichtag 30. Juni 2015) um 4,8 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro, obwohl man im Kerngeschäft Federn lassen musste. Zum Gewinn macht die PHW-Gruppe um Vorstandschef Peter Wesjohann traditionell keine Angaben.

Beim Absatz konnte der Geflügelfleisch-Marktführer um 23,1 Prozent auf 689 609 Tonnen zulegen. Das Wachstum sei vor allem auf Zuwächse im Bereich der verarbeiteten Lebensmittel, den sogenannten Convenience-Produkten, sowie im Auslandsgeschäft zurückzuführen. Wegen des Wachstums in diesen Bereichen sowie einer neuen Logistikgesellschaft stieg nach PHW-Angaben auch die Zahl der Mitarbeiter kräftig von 5082 auf 6619.

Einbußen musste der „Wiesenhof“-Konzern dagegen im Kerngeschäft Geflügelspezialitäten hinnehmen. Vor allem aufgrund des Produktionsausfalls nach einem Großbrand in der bayerischen Geflügelschlachterei Bogener Donautal Geflügelspezialitäten sank der Umsatz in diesem Geschäftsbereich nach PHW-Angaben um 3,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Auch im Geschäftsfeld „Tierernährung und -gesundheit“ musste das Unternehmen ein Umsatzminus von sieben Prozent hinnehmen, was PHW vor allem auf eine niedrigere Futterpreisentwicklung in den Mischfutterwerken der Mega Tierernährung GmbH (Rechterfeld) zurückführte.

Kräftig aufgestockt hat die PHW-Gruppe dagegen im vergangenen Jahr ihre Investitionen. Nach 66,6 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2013/14 erhöhten sie sich in 2014/15 auf 115,2 Millionen Euro. Das Geld floss u.a. in den Neubau einer Brüterei im bayerischen Regenstauf, den Wiederaufbau der Geflügelschlachterei in Bogen, die Modernisierung eines polnischen Betriebes sowie in Produktentwicklung und Forschungsprojekte zur Verbesserung des Tierwohls.

Bei den Tierwohl-Produkten und den neu eingeführten vegetarischen und veganen Produkten, die beim Handel und bei den Verbrauchern auf eine positive Resonanz gestoßen seien, sieht die PHW-Gruppe auch einen Schwerpunkt für das laufende Jahr. „Wir versprechen uns für das neue Jahr weitere Absatzzuwächse in diesem Segment und sehen langfristig einen Anteil von drei bis fünf Prozent am Wurstmarkt als realistisch an“, sagt Peter Wesjohann zum vegetarischen Bereich.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft