Garrel/Bethen - Bethen liegt für die Garreler vor der Haustür. Man könnte glauben, der Wallfahrtsort sei hinlänglich bekannt. 40 Männer wollten dennoch mehr wissen. Wallfahrtsrektor Monsignore Dr. Dirk Költgen gab Erklärungen zum Wallfahrtsort. Er wusste auch viele Dinge zu erzählen, die die Gäste der Initiative „Mann ü 60“ noch nicht gehört hatten.

Dazu gehörte auch, dass es zweier physikalischer Besonderheiten bedurfte, um die Bedeutung der Marienstatue zu erkennen und den richtigen Standort zu finden. Entdeckt wurde das Marienbildnis von Landarbeitern. Das Besondere: Es trieb stromaufwärts auf der Soeste. Als man dann die Statue nach Gut Lethe bringen wollte, weil dort eine gemauerte Kirche stand und diese dem Bild mehr Schutz bot, verweigerten die Pferde den Transport. So kam Bethen zu dem Marienbildnis und wurde nördlichster Marien-Wallfahrtsort Europas.

Eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1448. Kunsthistorische Untersuchungen haben ergeben, dass die Statue in der Zeit von 1380 bis 1400 erstellt wurde. Der Männergruppe wurde gezeigt, wo bis nach dem Zweiten Weltkrieg das Siechenhaus stand. Diese Einrichtung wurde genutzt für die Unterkunft von Menschen, die an einer ansteckenden Krankheit litten, zum Beispiel Lepra. Diese Unterkunft hatte zur Folge, dass Bethen eine Kapelle erhielt.

Die Kapelle, in der die Marienstatue zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1669. Damit ist sie das älteste Bauwerk der Stadt Cloppenburg. 1929 wurde die Basilika eingeweiht. Die Kirche war weniger als Pfarrkirche gedacht, sie sollte eine Stätte des Erinnerns der Gefallenen sein: In der Krypta sind die Namen vieler Gefallener beider Weltkriege eingemeißelt. Költgen erklärte den Männern aus Garrel auch das Altarbild und die in der Krypta ausgestellte Reliquie des seligen Kardinal von Galen.

Pro Jahr kommen etwa 100 000 Pilger in den Wallfahrtsort. Bei den Pilgergruppen habe sich eine Wandlung vollzogen, erläuterte der Wallfahrtsrektor. Kamen früher überwiegend Fußgruppen, kommen die Pilger heute mit dem Auto, mit Bussen und mit Fahrrädern.


Im Laufe des Jahres gebe es verschiedene Wallfahrten. Darunter seinen einige besondere Gruppen. Dazu gehören die Reiter und Kutschenfahrer und die Besitzer von Oldtimern.

Werner Wessel bedankte sich im Namen der Männer bei Dr. Költgen und für die informativen Erläuterungen. Man habe vieles erfahren, dass bislang nicht bekannt war.