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Umwelt Gegen Ölbohrung im Wattenmeer

Hooksiel - Sie wollen dem Naturschutz eine Stimme verleihen und zeigen, dass man etwas verändern kann: Ein Team von Greenpeace ist derzeit mit dem Schiff „Beluga II“ im Alten Hafen von Hooksiel, um über die geplanten Ölbohrungen des Ölkonzerns Deutsche Erdöl AG (DEA) im Wattenmeer zu informieren. Und um Unterschriften gegen dieses Vorhaben zu sammeln.

„Viele glauben, dass man nichts gegen solche Planungen tun kann, aber wir möchten das Gegenteil beweisen“, sagt Patrick Spies, der sich ehrenamtlich bei dieser Aktion von Greenpeace engagiert.

Auf der „Beluga II“ fährt eine feste Crew mit einer Gruppe von wöchentlich wechselnden Ehrenamtlichen zurzeit verschiedene Häfen an, um über die geplanten Ölbohrungen zu informieren. An diesem Mittwoch, 10. August, laden sie nochmals von 10 bis 12.30 und von 14 bis 17.30 Uhr im Alten Hafen Hooksiel zum Open Ship ein.

Auch bei Wangerooge

Seit 1987 fördert der Ölkonzern Dea mit der Plattform Mittelplate im Wattenmeer Öl. Mit einer jährlichen Förderung von rund 1,4 Millionen Tonnen ist die Mittelplate laut Greenpeace das größte deutsche Ölfeld. Nun will der Ölkonzern an vier weiteren Stellen nach Öl bohren: drei Bohrstellen liegen im Gebiet Schleswig-Holsteins, eine im Niedersächsischen Wattenmeer südlich der Insel Neuwerk – knapp 40 Kilometer entfernt von Wangerooge.

Die Umweltschützer von Greenpeace lehnen die Bohrungen ab, sie sehen sie als Bedrohungen für die Tier- und Pflanzenwelt. „Um zu verdeutlichen, wie schnell sich das Öl ausbreiten kann, haben wir Bojen an den geplanten Stellen ausgesetzt und beobachtet, wie weit sie getrieben wurden“, berichtet Anna Martin, die gerade eine Gruppe über das Schiff führt. Eine Boje wurde schon nach einer Woche vor Helgoland und nach zwei Wochen vor Sankt Peter-Ording gefunden.


Auch Ruth Stöcker aus Wiehl (Nordrhein-Westfahlen) hört sich alles genau an. Die 64-Jährige macht regelmäßig Urlaub an der Nordsee und ist sogar passives Mitglied bei Greenpeace. „Ich finde es wichtig zu erfahren, was hier direkt vor Ort passieren kann“, sagt Ruth Stöcker. „Es ist zwar nicht leicht, aber meine Familie und ich versuchen, ohne Fußstapfen zu hinterlassen, durch die Welt zu gehen.“

Auch die 29-jährige Juliane Fränkel ist gerade auf dem Schiff. „Ich wusste bisher so wenig über die geplanten Bohrungen – wenn da etwas schief geht, dann ist das wirklich schlecht“, sagt sie.

Die Ehrenamtlichen freuen sich, wenn sich Menschen für ihre Aktion interessieren. „Es sind immer einige dabei, die anderer Meinung sind“, sagt Eva Güßregen. „Manchmal diskutieren wir – das ist in Ordnung. Aber manchmal können wir sie auch überzeugen – das ist ein schönes Erfolgserlebnis.“

Minister informieren

Am Ende der Aktion werden die Unterschriften an die Umweltminister Robert Habeck und Stefan Wenzel überreicht. Und falls sie nichts bewirken? „Dann müssen wir stärkeren Druck ausüben“, sagt Patrick Spies. „Wenn Sie die Aktionen von Greenpeace kennen, wissen Sie: Wir steigen auch auf Dächer – aber alles passiert gewaltfrei.“

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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