Jever - Seit sechs Jahren laufen Grundschüler der 1. und 2. Klassen aus dem jeverschen Wohngebiet Klein Grashaus im Geh-Bus zur Grundschule Harlinger Weg. Auch in diesem Schuljahr bringt der Geh-Bus die mittlerweile rund 30 Kinder sicher zur Schule.
Die Verkehrswacht Jeverland, das Bündnis für Familie und die Stadt Jever haben auch in diesem Jahr die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter für bessere Sichtbarkeit mit reflektierenden Überwürfen, gelben Mützen, Taschenlampe und Hupe ausgestattet.
Außerdem hat Wiard Wümkes, Sachbearbeiter Prävention beim Polizeikommissariat Jever, die Eltern, die den Geh-Bus begleiten, zu Verkehrshelfern ausgebildet. Sie sind mit Kellen ausgestattet und sorgen dafür, dass die Kinder heil über die Straßen kommen – zum Beispiel über die Mühlenstraße, vor deren Fußgängerampel der morgendliche Berufsverkehr Richtung Innenstadt warten muss.
Das Prinzip des Geh-Busses ist ganz einfach: Die Kinder laufen in Begleitung von drei Eltern zu festen Zeiten den etwa zwei Kilometer langen Weg zur Schule und zurück. Entlang der Strecke gibt es mehrere „Haltestellen“, an denen sich weitere Kinder dem Geh-Bus anschließen können.
In den vergangenen Jahren hat Birgit Hippen, Mutter von zwei Jungen, den Geh-Bus organisiert. Da ihre Söhne inzwischen alleine zur Schule gehen, hat sie ihre Aufgabe nun an Karl Oltmanns weitergegeben.
Der Geh-Bus bietet Kindern und Eltern viele Vorteile: Die Eltern müssen ihre Kinder nicht jeden Tag zur Schule begleiten, die Kinder sind sicher unterwegs, tanken frische Luft und tauschen sich aus. Zudem tragen alle dazu bei, das morgendliche Verkehrschaos vor der Schule zu entschärfen – denn jedes Kind, das läuft, bedeutet ein Auto weniger. Das spart zudem Nerven und Benzin: „Wir haben ausgerechnet, dass der Geh-Bus in den vergangenen fünf Jahren rund 100 000 Fahrkilometer eingespart hat“, sagt Björn Mühlena von der Stadt Jever.
