GEHLENBERG - Es ist kalt im Backhaus an der alten Gehlenberger Mühle. Doch wenn der alte Backofen angeworfen wird, wird es richtig gemütlich. Eine Hitze von bis zu 300 Grad Celsius kann sich hinter seiner schweren gusseisernen Tür stauen. Darin werden Brote, Butterkuchen oder Stutenkerle gebacken. Aus dem Schornstein strömt dann der Geruch von Leckereien durch Gehlenberg. Der Ofen ist so alt wie das Backhaus selbst. 1927 wurde es neben der Mühle gebaut. Doch der Zahn der Zeit hatte dem Haus ordentlich zugesetzt. So beschloss der Heimatverein Gehlenberg-Neuvrees-Neulorup, das Backhaus und das Umfeld wieder in Schuss zu bringen.
Natürlich wurde auch der alte Backofen saniert. Schon fast 60 Jahre lang hatte niemand mehr ein Brot darin gebacken – seit der Sanierung sind schon 500 Brote hinter seiner schweren eisernen Tür knusprig geworden. „Der Ofen ist zwar an sich so wie früher, aber er wurde komplett neu Instand gesetzt“, berichtet Wilhelm Olliges, der Vorsitzende des Heimatvereins.
Seit 2010 können die Backbeauftragten Thea Kramer und Maria Hilling den Ofen wieder anheizen. Dafür nehmen sie zunächst die alte Asche heraus. Dann wird er bereits einen Tag vor seinem eigentlichen Einsatz vorgeheizt. Auf normalen Backblechen können dann die Brote und Stutenkerle gebacken werden.
„Wir sind keine Bäcker“, betont Thea Kramer, die auch stellvertretende Vorsitzende des Vereins ist, „wir haben uns das alles in Eigenregie beigebracht.“ Denn so ein Ofen sei ja nicht mit einem normalen Backofen aus dem Privathaushalt zu vergleichen. Doch bisher sei den beiden Damen nichts angebrannt. Auch bei den Besuchern der Backtage kommen die Backwerke gut an: „Allein beim letzten Backtag zum Gehlenberger Weihnachtsmarkt waren schon innerhalb weniger Stunden die Brote ausverkauft“, berichtet Olliges. „Das Brot schmeckt ja auch einfach besser“, fügt Hilling hinzu.
