GEHLENBERG - Über viele Jahrzehnte war die Herkunft der bis zu 60 Zentimeter hohen Krippenfiguren in der Gehlenberger Pfarrkirche St. Prosper nicht bekannt. Erst vor zwei Jahren brachte Hermann Olliges Licht in das Dunkel. Der Besuch einer Krippenausstellung in Haselünne (Landkreis Emsland) führte den Gehlenberger Krippenbauer auf die richtige Spur, denn dort wurden Duplikate der Gehlenberger Figuren ausgestellt. So konnte Hermann Olliges die Herkunft „seiner“ Krippenfiguren aufklären: Sie wurden um das Jahr 1920 von der Firma Hoeptner & Co. im damaligen Breslau aus Gips hergestellt. Nicht bekannt ist, auf welchem Weg Maria und Josef den Weg in die norddeutsche Hümmling-Gemeinde fanden.

Mehrmals umgezogen

In der im Jahre 1830 erbauten und 1930 erweiterten Kirche in Gehlenberg hat die Krippenanlage inzwischen einen festen Platz im rechten Teil des großzügigen Altarraumes. Das war nicht immer so. In den 1950er Jahren stand die Krippe zunächst in der Seitenkapelle der Gehlenberger Pfarrkirche. In den 1960er Jahren zog die Krippenanlage auf die linke Seite des Altarraumes um. Dort stand sie bis 1999. Dann wurde sie an die rechte Seite des Altarraumes verfrachtet. Damit wurde das sonst regelmäßig notwendige Umsetzen des im Weg stehenden Taufsteins überflüssig. Nach der diesjährigen Renovierung des Altarraumes – die NWZ berichtete – hat der Taufstein mitten im Kirchenschiff von „St. Prosper“ einen neuen Platz gefunden.

Zwei Tage Arbeit

Die Arbeit wiederholt sich in jedem Jahr: Einige Tage vor dem Weihnachtsfest treten Hermann Olliges und die Krippenbauer der Kirchengemeinde Gehlenberg zum Aufbau an. Gut zwei Tage werden benötigt, bis alles an seinem Platz steht. Hölzerne Modelle von Teilen der Kirche schmücken den oberen Teil der Krippenanlage. Sie wurden in den 1960er Jahren von dem inzwischen verstorbenen Schreinermeister Hermann Budde gebaut und erst vor wenigen Jahren restauriert.


„Ställe verschlissen“

Der Stall der Krippe wurde vor einiger Zeit von dem Gehlenberger Wilhelm Block geschaffen. Hermann Olliges: „Wir haben in den vielen Jahren schon drei bis vier Ställe verschlissen.“ Die komplette Gehlenberger Krippenanlage ruht auf einem großen und massiven Holzgestell. Das wurde vor Jahrzehnten aus dem Holz der im Gehlenberger Stadtpark gefällten Bäume gebaut und ist komplett zerlegbar. Der Unterbau lagerte früher im Gehlenberger Pfarrhaus, liegt jetzt aber den Rest des Jahres in einer Scheune von Wilhelm Olliges, einem Bruder von „Krippenchef“ Hermann Olliges.