London - Die Gläubiger des europäischen Arms der untergegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers können auf eine vollständige Rückzahlung ihres Geldes hoffen. In den vergangenen sechs Monaten habe es eine Reihe juristischer Erfolge gegeben, teilte die als Verwalterin eingesetzte Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC am Montag in London mit. Tony Lomas, Chef des Lehman-Verwalterteams bei PwC, bezeichnete die Entwicklung als „signifikanten Meilenstein“.
Während die Forderungen von anderen untergegangenen Lehman-Gesellschaften etwa in den USA, der Schweiz und Luxemburg, abgestuft wurden, sei die Lehman Brothers International Europe (LBIE) in der Rangfolge nach oben geklettert.
Lehman war im September 2008 wegen missglückter Spekulationen auf dem US-Häusermarkt zusammengebrochen, was als Höhepunkt der Finanzkrise gilt. Die Insolvenz gestaltet sich schwierig, weil diverse Tochtergesellschaften existieren, die wiederum Ansprüche untereinander und gegen die einstige Muttergesellschaft in den USA haben.
So hatten 50 000 deutsche Anleger Zertifikate von der niederländischen Lehman-Tochter erworben. Von den guten Nachrichten des Insolvenzverwalters haben sie damit nichts. Die Gläubiger des deutschen Zweigs dürfen momentan davon ausgehen, 80 Prozent ihrer Ansprüche ersetzt zu bekommen.
Seit dem Start des Abwicklungsprozesses seien bereits 15,95 Mrd. Euro an die Gläubiger ausgeschüttet worden, so Lomas. Durch juristische Einigungen in der Vergangenheit gebe es Anlass für Optimismus, 2013 weitere 6,97 Mrd. auszahlen zu können.
