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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Vortrag: „Geldpolitik der EZB völlig unangemessen“

11.05.2016

Oldenburg Für Deutschland nicht angemessen und für den Euroraum nicht notwendig: Professor Volker Wieland, seit März 2013 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Fünf Wirtschaftsweise“), hat wenig Verständnis für die Niedrigstzinspolitik und die massiven Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB).

„Die EZB-Geldpolitik ist für Deutschland völlig unangemessen und geht auch für den Euroraum zu weit“, meinte der Experte für Geldtheorie und Geldpolitik am Dienstagabend bei der Vortragsveranstaltung „Wirtschaft und Politik“ des Arbeitgeberverbands (AGV) Oldenburg in der Weser-Ems-Halle. Wieland sprach sich stattdessen – im Einklang mit dem Sachverständigenrat – dafür aus, die Anleihenkäufe zu verlangsamen und die Zinsen langsam wieder steigen zu lassen.

Vor mehr als 100 Gästen zeigte der Geschäftsführende Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) an der Goethe-Universität Frankfurt zunächst auf, wie die EZB ihre „massive geldpolitische Lockerung“ begründet, nämlich mit niedriger Inflation, Deflationsgefahren, einer Unterauslastung der Wirtschaftskapazität und dem Ziel, die Nachfrage zu stimulieren; und welche Auswirkungen diese hat. Sie habe zu Negativzinsen, einer Euro-Abwertung und einem Vermögenspreisboom bei Aktien und Immobilien geführt.

Aus Sicht von Wieland sind diese massiven Eingriffe der Zentralbank aber verfehlt. Die wirtschaftliche Entwicklung, die sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone insgesamt stabil sei, gebe dazu keinen Anlass. Und die Inflation bei den Verbraucherpreisen liege zwar in der Tag etwa bei Null, dies sei aber vor allem auf die niedrigen Energiepreise zurückzuführen. Der Ölpreis habe sich seit 2013 mehr als halbiert. Die Kerninflation sei sehr stabil. Und nehme man die Inflation der in Deutschland produzierten Güter als Maßstab liege man sogar etwa bei der von der EZB gewünschten Rate von knapp unter zwei Prozent. „Eigentlich gibt es keinen Grund zur Panik“, sagte er.

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Stattdessen bringe die EZB-Politik Risiken für die Finanzstabilität und die Reformpolitik, so Wieland. Statt weiter auf nachhaltige Strukturreformen zu setzen, bestehe die Gefahr, dass die Staaten der Eurozone wegen des billigen Geldes diese auf die lange Bank schieben könnten.

Auch Jörg Waskönig, Vorsitzender des AGV, sah die EZB-Politik kritisch. „Nullzinsen verheißen nichts Gutes und sind irgendwie unnatürlich“, meinte er in seiner kurzen Begrüßung. Etwas gerate hier „völlig aus dem Gleichgewicht“. Nullzinsen und Negativzinsen seien „abartig“ und liefen „der Logik des menschlichen und wirtschaftlichen Handels entgegen“, sagte er.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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